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Gruppe Studierende

Si­mu­la­ti­on trifft KI: Neue Impulse für die Hoch­schul­leh­re

Wie lassen sich komplexe Veränderungsprozesse erlebbar machen? Diese Frage stellte sich im Modul "Leading Sustainability" in der Master-Studienrichtung "Sustainable Business Development" an der FH Graubünden. Klassische Lehrmethoden stiessen hier an Grenzen: Veränderung wurde oft als linearer Prozess verstanden, der Einfluss organisationaler Kultur blieb unsichtbar. Um diese Lücke zu schliessen, wurden Simulationen in die Lehre integriert und im Rahmen eines Forschungsprojekts um KI-Funktionalitäten erweitert.

Was passiert eigentlich in einer Simulation? Studierende übernehmen die Rolle einer Führungsperson, die ein neu zusammengesetztes Team leitet. Sie treffen Entscheidungen, beobachten deren Wirkung und reflektieren die Ergebnisse. Anders als in klassischen Planspielen gibt es hier keine festgelegten Antwortoptionen mehr. Stattdessen entwickeln die Teilnehmenden eigene Vorschläge – und erhalten darauf direkt Feedback.

Besonders spannend wird es durch die Integration von KI: Die organisationelle Kultur kann im Vorfeld angepasst werden, etwa in Richtung eines traditionell geprägten oder eines agilen Unternehmens. Je nach Ausgangslage verändern sich die Reaktionen der virtuellen Stakeholder. So erleben die Studierenden hautnah, wie stark Werte und Rahmenbedingungen Transformationen beeinflussen.

Übertragbarkeit auf die Hochschullehre

Simulationen schaffen Lernräume, in denen komplexe Inhalte – von Technik über Recht bis Tourismus – praxisnah und risikofrei ausprobiert werden können. Durch KI-gestützte Szenarien lassen sich die Inhalte flexibel an Fachkulturen oder Lernziele anpassen. Und nicht zuletzt motiviert es Studierende, wenn sie eigene Ideen einbringen und unmittelbar die Wirkung sehen.

Take-Aways

  • Realitätsnähe zählt: Lernsettings wirken umso stärker, wenn sie einen Bezug zu echten Herausforderungen herstellen.
  • Interdisziplinarität ist möglich: Simulationen eignen sich nicht nur für Managementfächer – auch fachfremde Szenarien lassen sich abbilden.
  • Reflexion vertiefen: KI-gestützte Rückmeldungen eröffnen neue Möglichkeiten, Lernprozesse differenziert zu begleiten.
  • Flexibilität nutzen: Das Format lässt sich modular einsetzen – vom kurzen Workshop bis zum semesterbegleitenden Projekt.

Weiterführende Links und Ressourcen

Kontakt

Prof. Dr. Bianka Lichtenberger
bianka.lichtenberger@fhgr.ch

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