Im Major «Branded Motion» arbeiteten Studierende des Bachelor of Science FHGR & BFH in Media Engineering an einem echten Kundenauftrag für Werz Wohnmobile. Aus einem winterfest ausgebauten Werz Magnum 5.1 entstanden zwei Kurzfilme: «Werz – Momente, die bleiben.» und «Werz – Extremer Komfort». Das Projekt zeigte, wie sich eine Markenidee verändert, sobald nicht nur eine Abgabe wartet, sondern ein realer Auftraggeber mit Erwartungen, Vertrauen und einem Fahrzeugschlüssel.
Ein Schlüssel, ein Fahrzeug und ziemlich viel Verantwortung
Ein winterfest ausgebautes Wohnmobil wurde den Studierenden für die Produktion zur Verfügung gestellt. Kein Requisit, kein Übungsobjekt, sondern ein reales Fahrzeug eines realen Unternehmens. Damit veränderte sich die Stimmung sofort: Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, eine Idee für ein Modul sauber umzusetzen. Es ging darum, mit einem echten Produkt zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und eine Geschichte zu finden, die zu Werz Wohnmobile passt.
Dass man Studenten den Schlüssel zu einem sechsstellig teuren Fahrzeug anvertraut, ist nicht selbstverständlich
Paul Liebig / MMP Jahrgang 2023
«Dass man Studenten den Schlüssel zu einem sechsstellig teuren Fahrzeug anvertraut, ist nicht selbstverständlich», sagt Paul Liebig rückblickend. Auch Yara Burkhalter beschreibt diesen Moment als besonders: «Mega, dass uns Werz diesen Van zur Verfügung gestellt hat. Es ist ja schon auch mit Risiko verbunden.»
Branded Motion mit echtem Kundenauftrag
Das Projekt fand im Major «Branded Motion» statt. Der Auftraggeber war Werz Wohnmobile, ein deutscher Wohnmobil-Ausbauer aus St. Johann auf der Schwäbischen Alb. Das Unternehmen entwickelt und fertigt kompakte Wohnmobile in Handarbeit und beschreibt seine Fahrzeuge als mobile Lebensräume für Alltag, Reisen und Natur.
Für die Studierenden hiess das: Sie mussten nicht nur schöne Bilder drehen, sondern verstehen, wofür die Marke steht. Was bedeutet Komfort unterwegs? Wie zeigt man Freiheit, ohne in austauschbare Reisebilder zu rutschen? Und wie erzählt man ein Fahrzeug, ohne einfach ein Produktvideo daraus zu machen?
Unter der Leitung von Marc Lutz und mit Betreuung durch ein Team, zu dem auch David Fischer, Geschäftsführer Kreation bei Scholz & Friends Zürich, gehörte, durchliefen die Studierenden den gesamten Produktionsprozess: von der Idee über Konzept und Dreh bis zur finalen Umsetzung.
Zwei Filme, zwei Zugänge
Aus dem Auftrag entstanden zwei Kurzfilme.
Der Film «Werz – Momente, die bleiben.» wurde von Manuela Krieg inszeniert, die Kamera führte Yara Burkhalter. Der zweite Film, «Werz – Extremer Komfort», entstand durch Paul Liebig, Cyrill Felder und Steve Walker.
Beide Arbeiten näherten sich dem Fahrzeug auf unterschiedliche Weise. Während der eine Film stärker über Atmosphäre, Erinnerung und emotionale Momente funktioniert, setzt der andere auf den Kontrast zwischen anspruchsvollen Bedingungen und Komfort. So wurde aus demselben Ausgangspunkt nicht einfach eine Variante des gleichen Films, sondern zwei eigenständige filmische Antworten auf den Auftrag.
Drehen, wenn das Wetter nicht mitspielt
Ein Teil der Produktion führte die Studierenden in winterliche Bedingungen in den Alpen. Gerade dort zeigte sich, wie wenig ein Dreh nach Plan verläuft. Neuschnee, Kälte und wechselnde Verhältnisse machten die Arbeit anspruchsvoll. Gleichzeitig passte genau diese Umgebung zum Fahrzeug und zur Geschichte: Ein winterfestes Wohnmobil muss sich nicht im Studio beweisen, sondern dort, wo es wirklich gebraucht wird.
Das Wetter mit Neuschnee war grenzwertig.
Marc Lutz / Modulleiter Branded Motion
Marc Lutz beschreibt die Situation so: «Das Wetter mit Neuschnee war grenzwertig. Ich habe mehrmals gedacht dass die Studierenden den Dreh verschieben müssten, doch es war erstaunlich wie leidenschaftlich die Studierenden bei den Dreharbeiten waren und wie gut das Wohnmobil mitgemacht hat.» Schwierige Wetterbedingungen machen ein Projekt komplizierter. Einstellungen dauern länger, Abläufe müssen angepasst werden, Sicherheit wird wichtiger, und manchmal entscheidet das Wetter mit, welche Bilder überhaupt möglich sind. Gleichzeitig entstehen genau daraus oft jene Momente, die einem Film eine eigene Spannung geben.
Ohne Musik bleibt jedes Geräusch wichtig
Eine bewusste Entscheidung betraf die Tonspur: Die Filme sollen ohne Musik auskommen. Das klingt zuerst nach einer Einschränkung. Für die Wirkung eines Films ist es aber eine grosse gestalterische Entscheidung. Ohne Musik tragen Bildrhythmus, Geräusche, Pausen und Atmosphäre deutlich mehr Verantwortung. Das Fahrzeug, die Umgebung, Bewegungen im Schnee oder das Öffnen einer Tür werden wichtiger. Der Film muss seine Stimmung aus dem Material selbst entwickeln.
Gerade im Studium ist so eine Entscheidung wertvoll, weil sie zeigt, dass Gestaltung nicht nur aus dem besteht, was man hinzufügt. Manchmal lernt man am meisten durch das, was man weglässt.
Wenn der Kunde wirklich zuschaut
Mit einem echten Kunden zu arbeiten, verändert den Prozess. Ideen müssen erklärbar sein. Entscheidungen brauchen Begründungen. Und am Ende zählt nicht nur, ob eine Arbeit im Modul funktioniert, sondern auch, ob sie zur Marke und zu den Erwartungen des Kunden passt. Die Studierenden hatten freie Hand bei der Umsetzung, erhielten jedoch Feedback von der Kundenseite.
Steve Walker bringt diesen Unterschied auf den Punkt: «Mit einem echten Kunden zu arbeiten, ist anders: Es geht nicht nur um die Abgabe, sondern um die Ansprüche des Kunden.»
Theorie ist nichts und Praxis alles. Es ist wichtig, im Studium ausprobieren und Fehler machen zu können
Marc Lutz / Modulleiter Branded Motion
Genau dieser Praxisbezug war ein zentraler Teil des Projekts. Die Studierenden konnten ausprobieren, Entscheidungen treffen und auch mit Unsicherheiten umgehen, ohne dass der geschützte Rahmen des Studiums verloren ging. Marc Lutz fasst diesen Ansatz klar zusammen: «In der Medienproduktion ist Theorie nichts und Praxis alles. Es ist wichtig, im Studium ausprobieren und Fehler machen zu können.»
Was bleibt
Entstanden sind zwei Kurzfilme für Werz Wohnmobile – und vermutlich noch einiges mehr, das nicht direkt im finalen Schnitt sichtbar ist: Erfahrung im Umgang mit einem echten Auftraggeber, Vertrauen in die eigene Idee, ein besseres Gefühl für Produktion unter realen Bedingungen und die Erkenntnis, dass ein Filmprojekt nicht erst beim Dreh herausfordernd wird.
Es beginnt schon vorher: beim Verstehen der Marke, beim Entwickeln einer glaubwürdigen Erzählung, beim Planen von Bildern, die auch bei Schnee und Kälte funktionieren. Und es endet nicht beim Export der Datei, sondern bei der Frage, ob das Ergebnis für alle Beteiligten Sinn ergibt.
Team und Beteiligte
Am Projekt beteiligt waren Manuela Krieg, Yara Burkhalter, Paul Liebig, Cyrill Felder und Steve Walker. Die Studierenden entwickelten und realisierten zwei Kurzfilme mit unterschiedlichen Zugängen zum gleichen Auftraggeber und Fahrzeug.
Autorenschaft: Miriam Bernhart
Modulleiter/in: Marc Lutz / Major «Branded Motion»
Betreuung: David Fischer / GF Kreation Scholz & Friends Zürich und weiteres Betreuungsteam
Modulbeschreibung: Die Vertiefung Branded Motion verbindet Corporate Storytelling mit den kreativen Möglichkeiten von Motion Design, Motion Graphics und Film, um Marken strategisch und visuell zu stärken. Studierende entwickeln innovative Inhalte basierend auf «redaktioneller Markenführung» und setzen diese praxisnah um.
Ausgabe: Juli 2026
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Quelle zu diesem Artikel: Personlich.com | Studierende mit echtem Kundenauftrag
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