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Staff Ex­change in Helsin­ki

Eine Woche im glücklichsten Land der Welt – zumindest laut dem World Happiness Report, der Finnland bereits zum achten Mal in Folge auf Platz eins führt. Im Rahmen eines Staff Exchanges vom 5. bis 8. Mai 2026 erhielten Anne-Françoise Veith, Cindy Meister und Lea Reinhold spannende Einblicke in den Hochschulalltag der finnischen Partnerhochschule Haaga-Helia University of Applied Sciences in Helsinki. Unter dem Leitthema «Cultural Diversity and Inclusion» stellte das Team des International Office ein abwechslungsreiches und inspirierendes Programm zusammen.

Montag, 4. Mai 2026

Die Ankunft in Helsinki war besonders angenehm, denn Cindy und Anne-Françoise wurden von Lea empfangen, die sich bereits am Wochenende orientiert und eingelebt hatte. Gemeinsam unternahmen wir einen ersten Spaziergang durch die Stadt. Für Anne-Françoise und Lea war es nicht das erste Mal in Helsinki, doch jeder Besuch hält neue Überraschungen bereit. Dieses Mal entdeckten wir dank Lea die Bibliothek von Helsinki – was für ein magischer Ort!

Lea, Cindy und Anne-Françoise (v.l.) vor dem Dom zu Helsinki.

Der erste Eindruck war der einer entspannten und freundlichen Bevölkerung. Menschen zu begegnen, die so gelassen und zufrieden mit ihrem Alltag wirken, erfüllten uns die ganze Woche über mit Freude. Unser Hotel lag direkt neben dem Bahnhof – ein idealer Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden und täglich den Campus in Pasila zu erreichen. Ausserdem fanden wir schnell ein kleines Café mit italienischem Flair, in dem wir vor der Zugfahrt gerne einen Kaffee tranken.

Auch an das nahezu ununterbrochene Tageslicht muss man sich erst gewöhnen – tagsüber wie nachts. Bereits um vier Uhr morgens hat man das Gefühl, es sei acht Uhr. Die Finnen geniessen ihre langen Sommertage in vollen Zügen, wohl wissend, dass im Winter die Dunkelheit einen grossen Teil des Tages bestimmt.

Dienstag, 5. Mai 2026

Im Pasila Campus erwartete uns ein besonders bereicherndes Programm. Wir starteten am Dienstag um 08:30 Uhr – natürlich mit dem finnischen Nationalgetränk: Kaffee. Über 30 Teilnehmende aus aller Welt – darunter aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, den Niederlanden, Thailand, Südafrika und Bhutan – trafen sich zur Staff Week. Es war eine grosse Freude, sich mit Menschen aus der ganzen Welt auszutauschen.

Zwei Präsentationen vermittelten spannende Einblicke in die Organisation der Haaga-Helia sowie in das noch junge Land Finnland und seine Bevölkerung. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns die «Finnish Nightmares» sowie die Erklärung, weshalb die meisten Strassenschilder sowohl auf Finnisch als auch auf Schwedisch beschriftet sind.

Vor dem Mittagessen bot sich die Gelegenheit, mit den anderen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen. In gemischten Gruppen stellten wir uns einer kreativen Teamaufgabe: Mit 20 Spaghetti, etwas Klebeband und einem Stück Schnur galt es, einen möglichst hohen Turm zu bauen, auf dessen Spitze ein Marshmallow stabil platziert werden und einige Sekunden halten konnte.

Der wacklige Turm von Cindys Gruppe.

Am Abend trafen wir uns alle zusammen zum Welcome Dinner im Restaurant Shelter.

Mittwoch, 6. Mai 2026

Den Vormittag verbrachten wir gemeinsam mit Susanna vom HR. Sie klärte uns über die Massnahmen der Haaga-Helia von der Personal-Perspektive auf und welche Strategien sie zur Internationalisierung verfolgen. Anschliessend zeigte sie uns ein Video von TED TALK, wie Vorurteile am Arbeitsplatz reduziert werden können (Purple Flag). Darüber wurde in den Gruppen lange diskutiert und wir erfuhren, wie an den anderen Hochschulen dieses Thema behandelt wird.

Am Nachmittag wurde die Gruppe aufgeteilt und wir durften unsere eigenen Abteilungen besuchen. Saila und Katri vom Bibliotheksteam zeigten Lea und Pastora von der Universität Sevilla als erstes die fantastische Aussicht vom obersten Stockwerk des Pasila Campus über Helsinki und führten uns anschliessend durch ihre Räumlichkeiten. Da die Bibliothek von einem anderen Campus in die bestehende Bibliothek in Pasila umzieht, ist das Team fleissig dabei, Platz zu schaffen. Nicht nur die Bücher ziehen um, auch das Personal braucht in den eh schon kleinen Büros Raum um arbeiten zu können – zusätzlichen Platz gibt es nicht. Die notwendige Flexibilität im Arbeitsalltag klingt sehr vertraut, genauso wie die Beliebtheit der Puzzles bei den Studierenden. Ausserdem stehen den Studierenden innerhalb der Bibliothek mehrere Gruppenräume unterschiedlicher Grössen zur Verfügung, ausgestattet mit Bildschirmen, Lautsprecher, Flipcharts, Pinnwänden und Whiteboards. Fotos davon konnten keine gemacht werden, alle Räume waren voll besetzt.

Die Bibliothek des Pasila Campus.

Das Mumin-Puzzle ist fertig, die Studierenden warten auf Nachschub.

Die Bibliothek in Vierumäki - auch drei Regale und ein regelmässiger Buchkurier sind eine Bibliothek.

Als Kleingruppe haben wir keine einseitige Präsentation gehört, sondern sind schnell in einen Austausch gekommen. Kiitos, liebes Bibliotheksteam, für das offene Gespräch, die geografischen Erkenntnisse, spannende Zahlen und den Erfahrungsaustausch.

Donnerstag, 7. Mai 2026

Am Donnerstag führte uns das Programm vom Pasila Campus nach Vierumäki, wo sich nach einer rund eineinhalbstündigen Busfahrt ein weiterer Campus der Haaga-Helia befindet. Die Busfahrt dorthin führte uns durch beeindruckende Landschaften: Die Autobahn schien sich ihren Weg durch dichte Wälder und entlang unzähliger Seen zu bahnen. Vierumäki ist insbesondere für seine Studiengänge im Bereich Sport Management bekannt und verbindet Theorie und Praxis auf eindrückliche Weise. Auf dem weitläufigen Gelände befindet sich ein olympisches Trainingszentrum mit zahlreichen Sport- und Trainingsmöglichkeiten.

Nach der kurzen Präsentation ging es hinaus in die Natur. Bei einem Spaziergang – oder für einige eher einer kleinen Wanderung – entlang von drei Seen legten wir immer wieder Stopps für Workshops zum Studierendenprojekt «COOL APA» ein. Das Projekt setzt sich dafür ein, Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zu Sportvereinen und sportlichen Aktivitäten zu erleichtern und ihre Teilhabe nachhaltig zu fördern.

Das Mittagessen nahmen wir in der Cafeteria des Campus ein, wo die Auswahl an Speisen beeindruckend war: eine schmackhafte, ausgewogene und gesunde Küche – was in einer Umgebung, die ganz dem Sport gewidmet ist, kaum überrascht.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Entspannung: sportliche Aktivitäten oder eine finnische Sauna. Natürlich nutzte Anne-Françoise die Gelegenheit, diese Erfahrung gemeinsam mit Finninnen zu machen. Die Saunen befanden sich in einem Holzchalet – die der Männer auf der einen, die der Frauen auf der anderen Seite. Die Temperatur lag bei etwa 60 bis 70 Grad. Für viele ist das bereits eine enorme Hitze; die Finninnen hingegen empfanden sie beinahe als angenehm kühl.

Der eigentliche Höhepunkt war jedoch der Sprung in den See, der nur wenige Schritte von der Sauna entfernt lag. Das Wasser hatte eine Temperatur von gerade einmal 9,5 Grad. Das Gefühl war zugleich eisig und unglaublich erfrischend – eine völlig neue Erfahrung und eine unvergessliche Erinnerung.

Das Thermometer zeigte 9.5 Grad Wassertemperatur an.

Cindy und Grazia beim Pickleball spielen.

Anne-Françoise stellte sogar Fabiana aus Italien vor eine kleine Herausforderung. Sie konnte sich kaum vorstellen, in so kaltem Wasser zu baden. In Genua erreicht das Meer schliesslich mindestens 22 Grad! Doch nach einigen aufmunternden Worten sprang auch sie ins Wasser. Anschliessend war sie begeistert und stolz darauf, den Mut zu dieser neuen Erfahrung gefunden zu haben.

Da Sauna nicht ganz Cindys Sache ist, suchte sie nach einer sportlichen Alternative und fand in einer Teilnehmerin aus Italien eine ebenso begeisterte Volleyballspielerin. Kurzerhand entschieden sie sich, ein Volleyballfeld zu reservieren. Leider liessen sich keine weiteren Mitspielenden finden. Deshalb wählten sie stattdessen eine ihnen bis dahin unbekannte Sportart: Pickleball. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit war der Ehrgeiz geweckt, und sie verbrachten über eine Stunde mit viel Spass auf dem Spielfeld. Etwas ungewohnt war allerdings die Ausrüstung – gespielt wurde in Jeans und barfuss.

Freitag, 8. Mai 2026

Am letzten Vormittag gab es einen finalen Workshop, um sich nochmals auszutauschen über alles, was wir gelernt haben. Mit Heidelbeersaft, dem 1. Mai-Getränk Sima, Karjalanpiirakat und einer Menge Kaffee wurden wir vom Team des International Office verabschiedet.

Während Lea am gleichen Tag wieder zurück in die Schweiz reiste, nutzen Cindy und Anne-Françoise die Zeit vor Ort. Cindy erkundete die Stadt bis am Sonntag mit E-Scooter und Schiff, während Anne-Françoise weiter nach Inkoo fuhr und dort ein paar Tage das finnische Landleben genoss.

Diese Woche in Finnland wird für uns als eine helle und besondere Auszeit in Erinnerung bleiben – geprägt von inspirierenden Begegnungen, bereichernden Entdeckungen und einfachen, zugleich tief bewegenden Momenten. Sie hat uns einmal mehr gezeigt, wie wertvoll es ist, Neues zu wagen, andere Perspektiven kennenzulernen und sich von der Offenheit und Herzlichkeit anderer Menschen bereichern zu lassen.

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