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Rund 40 Hochschulmitarbeitende trafen sich an der Staff Week im niederländischen Breda zum Wissensaustausch, Zusammenarbeit und Stärkung der Beziehungen den Einrichtungen.

Rund 40 Hochschulmitarbeitende trafen sich an der Staff Week im niederländischen Breda zum Wissensaustausch, Zusammenarbeit und Stärkung der Beziehungen den Einrichtungen.

Über Saunas und Cam­pusvi­sio­nen – eine Staff Week in Breda

Wie viele Saunas braucht ein Haushalt? Und warum produziert eine Hochschule eigenen Honig? Eine Woche im niederländischen Breda hat darauf unerwartete Antworten gegeben – und vor allem gezeigt, wie inspirierend Begegnungen zwischen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern sein können.

Von Seraina Zinsli

Vergangene Woche durfte ich gemeinsam mit meiner Kollegin Anne-Marie an der internationalen Staff Week der Breda University of Applied Sciences (BUas) teilnehmen. Rund 40 Personen aus aller Welt kamen in Breda (NL) zusammen. Bereits nach der ersten halben Stunde war für mich klar: Diese Woche würde nicht nur von Workshops und Präsentationen leben, sondern vor allem von den Begegnungen dazwischen.

Das offizielle Welcome Dinner fand in einem Restaurant in der Innenstadt von Breda statt, wo wir bunt gemischt platziert wurden. Also sass ich plötzlich am Tisch mit Diego aus Finnland, Jowan aus Norwegen, Anna aus Polen, Gabriela aus Tschechien, Nathalie aus den Niederlanden und Majid aus Oman. Auch wenn wir uns stark für die unterschiedlichen Hochschulen und Arbeitsweisen interessierten, drehten sich die Gespräche längst nicht nur um den beruflichen Alltag. Schnell ging es um Gewohnheiten, kulturelle Eigenheiten und persönliche Geschichten. Eine kleine Anekdote ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben, weil sie so schön zeigt, wie schnell man unerwartete Gemeinsamkeiten entdeckt: Jowan wohnt in Norwegen und sammelt Mumin-Teetassen. Doch die Mumins stammen ursprünglich aus Finnland, wo Diego lebt. Als sich diese unerwartete Verbindung im Gespräch zeigte, begannen wir am Tisch nach immer mehr solchen Parallelen zu suchen – und die Gespräche nahmen kein Ende.

Eine ähnliche Dynamik wiederholte sich schon am nächsten Tag. Denn nach der offiziellen Begrüssung machten wir eine Vorstellungsrunde der etwas anderen Art: «Two Lies and One Truth». Ein Spiel, bei dem man drei Fakten zu seinem Land auflistet – zwei Lügen und eine Wahrheit. Die Gruppe muss dann erraten, welche Aussage der Wahrheit entspricht. Auch hier wurde ich überrascht: Wir sprachen über den Fakt, dass es in Finnland mehr Saunas als Autos gibt. Ich war überzeugt, dass das kaum stimmen könne, weil mehrere Autos pro Haushalt meines Erachtens keine Seltenheit sind, mehrere Saunas pro Haushalt fand ich jedoch absurd. Hier musste die Finnin in meiner Gruppe lachen. Sie meinte, sie selbst habe bereits zwei Saunas zuhause.

Solche kleinen Aha-Momente entstanden während der ganzen Woche immer wieder. Menschen, die sich vorher nicht kannten, entdeckten plötzlich Gemeinsamkeiten, überraschende Erkenntnisse und erzählten sich aufgrund dessen Geschichten, teilten Perspektiven und Erfahrungen. Genau diese Mischung machte die Woche an der BUas für mich so besonders.

Der BUas-Kosmos: kreativ, modern, nachhaltig

Neben persönlichen Begegnungen war die Woche auch fachlich inspirierend. Besonders beeindruckt hat mich der BUas-Campus. Die Hochschule wirkt unglaublich innovativ, modern, offen und kreativ – fast wie ein kleiner eigener Kosmos. Überall auf dem Campus hat es Sitzgelegenheiten und Nischen, wo Studierende und Mitarbeitende beisammensitzen, diskutieren, lachen, arbeiten oder spontan Ideen austauschen. Diese offene Atmosphäre und die vielen Begegnungen prägen aus meiner Sicht den gesamten Ort. Besonders schön fand ich, dass es sogar einen eigenen Campus-Garten und einen BUas-Honig gibt, dessen Bienenstöcke auf den Dächern des Campus stehen und dort Honig produzieren. Diese kleinen Details haben für mich gezeigt, wie viel Wert BUas auf Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und gelebten Austausch legt.

Der Campus-Garten liefert frische Kräuter und Gemüse für den praxisnahen Unterricht im Hotel Management.

Der BUas-Campus ist bequem mit dem Velo erreichbar – ganz typisch für die Niederlande, wo das Fahrrad zum Alltag gehört.

Während einer Führung über das Gelände fielen mir immer wieder Parallelen zur FH Graubünden auf: von kreativen Räumen wie Radio- und TV-Studios über moderne Innovationsbereiche, bis hin zu Lab’s in denen Studierende mit Robotern und 3D-Druckern experimentieren können. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie unterschiedlich Hochschulen sich entwickeln – und wie viel man voneinander lernen kann. So hat BUas im Jahr 2019 den Schritt von dezentralen Standorten hin zu einem zentralen Campus vollzogen. Alle Studienbereiche wurden an einem Ort vereint, wodurch neue Begegnungsräume entstanden sind – nicht nur räumlich, sondern auch zwischen Disziplinen und Menschen. Da die FH Graubünden ihre verschiedenen Churer Standorte im Jahr 2028 ebenfalls an einem Campus zusammenführen wird, war mein Austausch mit Maaike Dukker aus der Kommunikationsabteilung von BUas für mich besonders inspirierend. Ich durfte sie einen Nachmittag lang begleiten und erhielt Einblicke in die kommunikative Begleitung dieses grossen Veränderungsprozesses. Obwohl die Ausgangslagen der beiden Hochschulen sehr unterschiedlich sind, war der offene Austausch über Herausforderungen, Ideen und Learnings sehr hilfreich.

Austausch mit Maaike Dukker (rechts) über den Zusammenschluss verschiedener Hochschulstandorte zu einem gemeinsamen Campus.

Das Horizon Building ist ein ehemaliges Kloster und heute Teil des BUas-Campus.

Die BUas-Kapelle: Wo einst Gottesdienste stattfanden, finden heute Veranstaltungen und Anlässe der Hochschule statt.

«Fiets», «Sibelicious» und «Mumins»

Inspiration schwang über die gesamte Woche mit. Das lag nicht nur am kreativen Campus und den verschiedenen Menschen, sondern auch an den Workshops, die immer wieder neue Perspektiven eröffneten. Beispielsweise beschäftigten wir uns mit den Generationen Z und Alpha: Wie wurden diese Generationen geprägt? Wie treffen sie Entscheidungen? Und welche Erwartungen haben sie heute an Kommunikation und Bildung? Auch die weiteren Workshops, etwa jener zur Krisenkommunikation, lieferten viele neue Denkanstösse und Erkenntnisse. Dazu kam ein Rahmenprogramm, das perfekt zum inspirierenden Umfeld passte. Eine Stadttour auf dem typisch niederländischen Fahrrad «fiets» durfte dabei nicht fehlen, ebenso wenig wie ein Wine Tasting im BUas-Ausbildungsrestaurant «Sibelicious». Selbst eine gemeinsame Yogasession stand auf dem Programm – ein fast notwendiger Moment, um all die Eindrücke, Gespräche und Ideen sacken zu lassen und zu verarbeiten.

Zwischenstopp auf dem «Grote Markt» während einer Stadttour auf dem typisch niederländischen «fiets» durch Breda.

Entlang des Flusses Mark zeigt sich Breda von seiner besonders charmanten Seite.

Wenn ich an diese Woche zurückdenke, bleiben mir nicht einzelne Präsentationen oder Programmpunkte besonders in Erinnerung, sondern die vielen Begegnungen. Die Gespräche, spontanen Diskussionen nach den Workshops und die gemeinsamen Lunches haben gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen aus unterschiedlichen Ländern für ein paar Tage zusammenkommen. Und ganz ehrlich: Wer hätte gedacht, dass ich aus Breda nicht nur mit neuen Ideen für Hochschulkommunikation zurückkehre, sondern auch mit erstaunlich viel Wissen über finnische Saunas und Mumin-Tassen?

Trotz individuellen Programmpunkten: ein gemeinsames Erinnerungsfoto der FHGR-Vertreterinnen mit dem BUas-Maskottchen «BUZZ» durfte nicht fehlen.

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