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Kuf­stein erleben – zwis­chen Studium, Bergen und in­ter­na­tionalem Alltag

Am 26. Februar 2026 um 6:53 Uhr stieg ich in den Zug nach Kufstein – mein Abenteuer für das nächste halbe Jahr begann. Kufstein ist eine eher kleine Stadt mit rund 20'000 Einwohnern und nur etwa vier Stunden von der Schweiz entfernt. Gleichzeitig liegt der Ort sehr zentral in Europa, was es zu einem idealen Ausgangspunkt für Reisen macht.


Ankommen und Einleben

Ich wohne in einem Studentenwohnheim in einem eigenen Zimmer, teile die Wohnung aber mit jemandem aus Hongkong. Das Leben dort hat viele Vorteile: Man kommt schnell mit anderen Studierenden in Kontakt, trifft sich spontan am Abend oder kocht gemeinsam in der Küche. Es entsteht sehr schnell ein Gemeinschaftsgefühl. Der Weg zur FH dauert etwa 20 Minuten zu Fuss und führt entlang des Inns und durch die Innenstadt – ein wirklich schöner Start in den Tag . Wer sich für das Wohnheim interessiert, sollte sich unbedingt früh anmelden, da die Plätze schnell vergeben sind. Eine WG zu finden ist laut anderen Studierenden nicht ganz einfach, dafür oft etwas günstiger und zentraler.

Die ersten Tage waren geprägt von den Infoveranstaltungen des International Office. Dadurch kam ich direkt mit rund 80 anderen Austauschstudierenden in Kontakt. Besonders spannend war es, Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen – von Japan und Korea über Mexiko und Peru bis hin zu Kanada oder europäischen Ländern wie Finnland, Irland oder Spanien.

Studium an der FH Kufstein

Bei der Kurswahl konnte ich zwischen internationalen und regulären Modulen wählen – alle werden auf Englisch unterrichtet. Zu Beginn war es ungewohnt, den ganzen Tag Englisch zu sprechen und dem Unterricht zu folgen, was teilweise sehr anstrengend war. Nach ein paar Wochen hat man sich aber gut daran gewöhnt.

Der Stundenplan ist nicht jede Woche gleich, da die Module unterschiedlich starten. Das hat mir vor allem am Anfang viel Flexibilität gegeben, um die Umgebung zu erkunden. Insgesamt habe ich 10 Module (30 ECTS) gewählt. Nur in wenigen gibt es klassische Prüfungen – häufig bestehen die Leistungen aus Präsentationen, schriftlichen Arbeiten und Anwesenheit. Ein Unterschied ist spürbar zwischen internationalen und regulären Kursen: Die regulären sind oft etwas anspruchsvoller und stärker praxisorientiert. Besonders in Teilzeitklassen ist der Unterricht sehr interaktiv und nah an realen Fragestellungen. Zudem gilt eine Anwesenheitspflicht von 80%. Das klingt strenger als es ist – die Lehrveranstaltungen sind abwechslungsreich gestaltet, sodass man gerne teilnimmt.

Freizeit und Leben in Kufstein

Auch neben dem Studium hat Kufstein viel zu bieten. Innsbruck ist schnell erreichbar, Salzburg liegt etwa zwei Stunden entfernt. Durch das schöne Wetter konnte ich bereits erste Wanderungen machen – die Natur hier ist beeindruckend. Kufstein ist auch bekannt für Trailrunning. Ich habe es einmal ausprobiert, bin aber noch nicht ganz überzeugt .

Für Studierende gibt es viele Angebote: Organisationen wie die ÖH, Genussmittel oder Zeitfrei organisieren regelmässig Events. Zusätzlich gibt es ein breites Sportprogramm. Ich habe bisher Bachata und Contemporary ausprobiert und nehme regelmässig am Run Club teil – sehr empfehlenswert. Man wärmt sich gemeinsam auf und läuft anschliessend eine Runde, oft mit Musik begleitet. Auf meiner Liste stehen noch Pilates, HIIT und Volleyball.

Alltag und persönliche Eindrücke

Auch wenn Kufstein geografisch nahe zur Schweiz liegt, fühlt sich der Aufenthalt trotzdem wie ein Tapetenwechsel an. Ich spreche hier den grössten Teil des Tages Englisch, kann mich aber auch problemlos auf Deutsch verständigen. Was ich besonders schätze, ist die Mischung aus Struktur und Freiheit. Der Alltag ist weniger durchgetaktet als zuhause, und man hat Zeit, spontan Dinge zu unternehmen oder neue Leute kennenzulernen.

Viele Dinge sind ähnlich wie in der Schweiz – etwa die Ladenöffnungszeiten oder das Essen. Ein Unterschied ist jedoch, dass Bargeld noch häufiger verwendet wird, vor allem in kleineren Restaurants oder Cafés. Zudem ist das Leben insgesamt etwas günstiger.

Warum sich ein Austausch lohnt

Kufstein ist vielleicht keine grosse Stadt – aber genau das macht den Aufenthalt besonders. Die Kombination aus internationalem Umfeld, persönlichem Austausch, Natur und Studium bietet eine Erfahrung, die über den reinen Uni-Alltag hinausgeht.

Michelle Holdener

Studiert Betriebsökonomie an der FH Graubünden und absolvierte ein Austauschsemester an unserer Partnerhochschule, der FH Kufstein Tirol.

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