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Ar­chitek­tur über Kan­ton­s­gren­zen hinweg: Mein Aus­tauschse­mes­ter in Chur

Hallo, ich bin Arnaud, Architekturstudent aus dem Kanton Freiburg. Ich bin nach Chur gekommen, um die Region zu erkunden, denn obwohl ich Schweizer bin, wusste ich nur sehr wenig über Graubünden. Ausserdem kann ich so im Alltag mein Deutsch verbessern. Die Kurse hier haben nicht denselben Rhythmus wie an meiner Heimathochschule, ich habe viel mehr Freizeit! Die Ankunft in Chur verlief reibungslos dank der vielen Menschen, die sich um die Fachhochschule herumbewegen – etwa die Mitarbeiter des International Office, des Erasmus Student Network (ESN Chur) oder der Studentenschaft. Sie haben mir geholfen, mich zu integrieren und schnell Leute kennenzulernen.

Meine Woche beginnt am Montag mit einem Arbeitstag zusammen mit den anderen Architekturstudenten. Auch wenn jeder an seinem eigenen Projekt arbeitet, ist es schön, sich auszutauschen und die Meinung der anderen einzuholen. Uns steht ein eigener Arbeitsbereich zur Verfügung, in dem jeder seinen Platz und seine Sachen hat. Je nach Arbeitsaufwand gehe ich am Dienstag noch einmal dorthin zurück. Nach einem kreativen Tag fahre ich mit dem Fahrrad zurück ins Konvikt. Das ist ein Studentenwohnheim auf den Anhöhen der Stadt, die Aussicht ist dort wunderschön! Die anderen Studierenden sind in derselben Situation wie ich, was uns ermöglicht, uns über unseren Alltag auszutauschen. Einige kommen aus Deutschland, Kanada, China, Indien oder Finnland. Dadurch können wir andere Kulturen entdecken. Wir kochen regelmässig unsere typischen Gerichte, damit die anderen sie probieren können. Manchmal gibt es schöne Überraschungen, manchmal weniger…

Meine Vorlesungen beginnen am Mittwoch. Die erste befasst sich mit Stadtplanung, und ich mag dieses Fach, weil es uns Chur und seine Umgebung aus einer anderen Perspektive entdecken lässt. Die Vorlesungen auf Deutsch erfordern eine gewisse Konzentration, aber man gewöhnt sich schnell daran.
Der Donnerstag ist der wichtigste Unterrichtstag in Architektur, an dem wir den Dozenten unser Projekt, unsere Pläne, Modelle und Zeichnungen vorstellen. Da wir nicht mehr als zwanzig Studierende in der Klasse sind, hat jeder Zeit für ein persönliches Gespräch mit den anwesenden Architekten oder Ingenieuren, die ihre Meinung äussern, was mir sehr wichtig ist.
Der Freitag ist der intensivste Tag mit theoretischem Unterricht. Man bringt uns in kurzer Zeit viel bei. Natürlich gibt es Pausen, aber die sind für mich nicht immer zur Erholung da: Es ist die beste Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und mit den anderen Studierenden meines Jahrgangs zu interagieren. Auch wenn oft Schweizerdeutsch gesprochen wird, liegt es mir am Herzen, mich zu integrieren, und es klappt immer besser. Am Ende des Tages bin ich oft erschöpft, zum Glück ist schon Wochenende!
Ich nutze das oft, um Sport zu treiben, sei es in dem Studentenwohnheim, beim Wandern in den Bergen, beim Laufen am Rheinufer oder beim Radfahren bis in das eine oder andere Tal. Manchmal nehme ich auch den Zug, um weiter entfernte Regionen zu besuchen. Und all das mache ich nur, wenn ich ein bisschen Zeit für mich habe. Zwischen den Ausflügen mit den anderen Studierenden, den Besuchen meiner Angehörigen und von der Schule organisierten Veranstaltungen wird es nie langweilig.

Dieses Austauschsemester in Chur ermöglicht mir eine Abwechslung vom Alltag, was mitten im Bachelorstudium sehr willkommen ist. Man lernt viele neue Leute kennen, entdeckt eine Region, eine Sprache, eine Schule und eine andere Denkweise. Ich würde jedem jungen Menschen empfehlen, der zögert, den Sprung zu wagen, es zu tun. Ich bereue keinen einzigen Moment und möchte fast gar nicht mehr weg…

Arnaud Tornare – Architekturstudent im Schweizer Austausch

Studiert an der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg und verbrachte ein Semester im Architekturstudiengang der FH Graubünden.

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