An einem regnerischen Freitagabend in Salzburg angekommen, ohne zu wissen, wie die nächsten fünf Monate meines Lebens aussehen werden, starte ich mein Auslandssemester, mit einer Mischung aus Freude und Nervösität. Was daraus wurde, hat mich trotz fehlender Erwartungen völlig überrascht.
Das erste Wochenende nutze ich, um die Stadt und die Umgebung gründlich zu entdecken. Mit ihrer Barockarchitektur und der malerischen Salzach ist Salzburg eine herrliche Stadt. Durch die lange Herrschaft von Erzbischöfen wurden auch zahlreiche Kirchen gebaut, die heute noch stehen. Während der „Welcome Week“, organisiert vom International Office der FH Salzburg, erlebte ich zusammen mit den anderen Erasmus‑Studenten die österreichische Kultur, Traditionen und Salzburger Highlights. Diese Mitstudierenden und die daraus gewachsenen Freundschaften haben wesentlich zum Erfolg des Austauschs beigetragen.
An der FH Salzburg studiere ich Multimedia Technology mit Schwerpunkt Web, dementsprechend sind alle Lehrveranstaltungen auf Webprogrammierung ausgelegt. Der Stundenplan ist sehr dynamisch aufgebaut und keine Woche ähnelt der anderen. Ähnlich wie wir MMP-ler es von der FH Graubünden kennen. Von Woche zu Woche gibt es auch oft Arbeiten, die man ausserhalb vom Unterricht erledigen muss, um mit dem Lehrstoff mitzuhalten.
Ich wohne in einer 4er-WG in der Stadt. Alle in der WG sind internationale Studenten, die im Rahmen eines Erasmus-Programms in Salzburg sind. Das Zusammenleben sowie die Stimmung sind gut und die Lage ist ebenfalls toll. Ich bin schnell beim Hauptbahnhof oder in der Altstadt. Die FH liegt jedoch nicht in der Stadt, sondern in Puch bei Urstein, sodass ich etwa 20 Minuten mit der S-Bahn fahre, um zur FH zu gelangen. Um dies zu vermeiden, kann man auch im Studentenwohnheim am Campus wohnen. Dafür ist man dann etwas weiter weg von der Stadt.
Abseits des Unterrichts bietet Salzburg viel. Ich konnte viele regionale Monumente und Sehenswürdigkeiten bewundern, wie zum Beispiel die Festung Hohensalzburg, die Salzwerke Hallein oder die grösste Eishöhle der Welt im Süden des Landes Salzburg. Auch zum Sporttreiben ist Salzburg ideal. Man kann entspannt am Gaisberg oder am Untersberg wandern, auf der Postalm Rennrad fahren, entlang der Salzach joggen oder im städtischen Hallenbad Längen schwimmen. Sogar das umliegende Ausland lässt sich leicht erkunden. Mit dem Fernbus erreicht man günstig München, um dort feine Brezeln zu geniessen, oder Rijeka, um im Adriatischen Meer zu baden. Beides konnte ich während meiner Zeit in Salzburg mit Kollegen an verschiedene Wochenenden erleben und geniessen.
Die österreichische Kultur weist Ähnlichkeiten mit der Schweizer Kultur auf und ist geprägt von zahlreichen Spezialitäten und Bräuchen. Ein gutes Schnitzel, Salzburger Nockerl oder Kaiserschmarrn dürfen dabei nicht fehlen. Auch der Rupertikirtag und die Krampusläufe sind ganz besondere Ereignisse. Der Österreichische Hochschulverband und ESN Salzburg planen immer wieder Veranstaltungen und Partys, bei denen man andere Erasmus- sowie lokale Studierende treffen kann. Doch die spontanen Ausgänge in der Stadt mit den Kollegen führen meist zu den grossartigsten Erinnerungen. Zwischen Karaoke, gemeinsame Abendessen oder Eislaufen, fünf Monate liess uns viel Zeit eine tiefe Freundschaft aufzubauen.
Bis zum Ende dieses Austauschs bleibt noch etwa ein Monat, und ich werde meine restliche Zeit in Salzburg bestmöglich nutzen. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich erleben durfte, und kann ein Auslandssemester in Salzburg oder allgemein wirklich jedem nur empfehlen.
Luc Guerraz studiert Multimedia Production an der FH Graubünden. Im Herbstsemester verbrachte er ein Austauschsemester an unserer Partnerhochschule, der FH Salzburg.