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International Office Blog

www.uni-weimar.de/de/universitaet/profil/unesco-welterbe/hauptgebaeude/ - Copyright: Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Tobias Adam

Tage voller Aus­tausch, Ein­blicke und In­spi­ra­tion an der Bauhaus-Uni­ver­sität Weimar

Schon seit meinen Studienzeiten hege ich eine Faszination für das Bauhaus – umso schöner war es, diesen Traum nun zu verwirklichen und einen Staff Exchange an der Bauhaus-Universität Weimar zu absolvieren. Ende September hatte ich die Gelegenheit, fünf Tage vor Ort zu verbringen und verschiedene Arbeitsbereiche kennenzulernen – von der Internationalisierung über die Forschungsförderung bis hin zur Wissenschaftskommunikation. Die Woche bot eine wunderbare Mischung aus fachlichem Austausch, neuen Perspektiven und inspirierenden Gesprächen mit engagierten Kolleginnen und Kollegen.

Montag: Internationalisierung hautnah erleben

Als Erstes traf ich mich mit Tom Lahmer dem Dekan und der Geschäftsführerin Claudia Goldhammer von der Fakultät Bau & Umwelt. An dieser Stelle möchte ich den beiden ein grosses Dankeschön für die herzliche Begrüssung und die ausgezeichnete Organisation aussprechen!

Der Wochenauftakt stand ganz im Zeichen der Internationalisierung. Dr. Christian Kästner gab spannende Einblicke in die «BAUHAUS4EU-Allianz», bei der die Universität federführend ist. Ich konnte viel über die Bereiche der Staff- und Studierendenmobilität erfahren. Ebenso sehr interessant war der Austausch zur Organisation von Spring- und Summer Schools im Zusammenhang mit Incoming Blended Intensive Programmes (BIPs). Die Gespräche zeigten eindrucksvoll, wie stark die Internationalisierung im Alltag der Bauhaus-Universität gelebt und strukturell verankert ist.

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Direktorenzimmer von Walter Gropius (Nachbildung) - Copyright: Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Tobias Adam

Dienstag: Einblick in das Dezernat Forschung

Am zweiten Tag stand der Besuch des Dezernats Forschung auf dem Programm. Im kollegialen Austausch ging es um Förderformate, Antragsprozesse, rechtliche Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote für Forschende. Besonders beeindruckt hat mich, wie eng Beratung, Administration und strategische Planung hier verzahnt sind. Ich konnte viele Anregungen mitnehmen, wie Forschungsförderung gestaltet werden kann.

Rechts: Dezernentin Dr. rer. nat. Kristina Schönherr, links: Damaris Schneider M.A.

Entrée Villa Dürkheim

Eingangsbereich Villa Dürkheim

1912/13 nach Entwürfen von Henry van de Velde erbaut, diente das Haus ab 1928 zunächst als Verwaltungsgebäude, später als sowjetische Kommandantur, danach als Kreisverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit und wird seit der baulichen Erneuerung im Jahr 2007 als Wohn- und Bürohaus genutzt. Die Villa Dürckheim steht für mich exemplarisch für die kulturhistorische Vielschichtigkeit Weimars, die sich an vielen Orten der Stadt zeigt.

Mittwoch: Die «Bauhaus Research School»

Der Mittwoch führte mich zu der «Bauhaus Research School», wo ich unter anderem einen Überblick über die verschiedenen Fördermöglichkeiten für Postdocs und PhD Studenten bekam. Besonders hilfreich war der Austausch über Informationsangebote für Promovierende. Am Nachmittag nahm ich an einem Teamausflug mit der Materialforschungs- und Prüfanstalt Weimar (MFPA) teil. Der Besuch bot spannende Einblicke in die Schnittstellen zwischen universitärer Forschung und praxisnaher Materialprüfung. Der gemeinsame Spaziergang zum Schloss Belvedere war ein echtes Highlight der Woche!

Ute Mai, Geschäftsführerin der Bauhaus Research School und Marion Hensel zuständig für Promotionsberatung und Stipendienkoordination

Donnerstag: Kommunikation, die verbindet

Der vierte Tag war der Wissenschafts- und Öffentlichkeitskommunikation gewidmet. Im Gespräch mit Mitarbeiterinnen der Öffentlichkeitsarbeit der Fakultäten Medien sowie Bau & Umwelt ging es um Strategien und Formate, mit denen Forschung sichtbar gemacht wird. Besonders inspirierend fand ich die unterschiedlichen Ansätze, Wissenschaft zielgruppengerecht und kreativ zu vermitteln. Der Austausch zeigte, wie wichtig es ist, Kommunikation als verbindendes Element zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Hochschule zu verstehen! Am späteren Nachmittag stand der Bauhaus Walk auf dem Programm – Treffpunkt war das Bauhaus Atelier. Bei diesem Rundgang lernte ich die Bauhausstätten und ihre historische sowie architektonische Bedeutung kennen. Mit Hannah Gehrke, MA Studentin Urbanistik war besonders der Austausch über zeitgenössische Formen der Geschichtsschreibung und den reflektierten Umgang mit den Bauhaus-Stätten spannend.

Hannah Gehrke, MA-Studentin im Studiengang Urbanistik und zugleich Guide der Bauhaus-Stätte, neben der «Eva»-Skulptur von Auguste Rodin im Entrée des Hauptgebäudes.

Freitag: Strategische Perspektiven auf Lehre und Forschung

Zum Abschluss der Woche traf ich mich mit Dr. Simon Frisch, Vizepräsident für Lehre und Lernen, sowie Prof. Dr. Guido Morgenthal, Vizepräsident für Forschung und Projekte.

Mit Simon sprach ich unter anderem über innovative Online-Lehr- und Lernformate sowie deren strategische Weiterentwicklung. Das Gespräch bot spannende Einblicke in hochschuldidaktische Trends und Zukunftsprojekte, etwa den aktuellen europäischen Hochschultrend hin zu Micro-Credential-Abschlüssen.
Anschliessend fand eine Führung im Baulabor statt. Auf eindrückliche Weise konnte ich erleben, wie der Windkanal funktioniert und mit welchen Methoden der Lehrstuhl von Prof. Dr. Guido Morgenthal verschiedene Komponenten erforscht. Beim darauffolgenden Austausch erhielt ich wertvolle Einblicke in die Formate der Forschungsförderung an einer deutschen Universität, die sich in mehreren Punkten von unseren unterscheiden. Besonders hilfreich war dabei die Darstellung, wie Drittmittel eingeworben werden und welche Rahmenbedingungen dabei eine Rolle spielen.

Korridor Fakultät Bau- und Umweltingenieurwissenschaften

Vorlesungssaal Fakultät Bau- und Umweltingenieurwissenschaften

Rechts: Dr. Simon Frisch, Vizepräsident für Lehre und Lernen. Links: Prof. Dr. Guido Morgenthal, Vizepräsident für Forschung und Projekte

Windlabor

Mein Fazit: Die Woche war nicht nur fachlich bereichernd, sondern auch persönlich inspirierend. Ich konnte wertvolle Kontakte knüpfen, viele gute Ideen mitnehmen und ein tieferes Verständnis dafür gewinnen, wie die Bauhaus-Universität ihre verschiedenen Aufgabenbereiche gestaltet. Der Staff Exchange war für mich die ideale Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand zu schauen und voneinander zu lernen. Zudem hat sich in vielen Gesprächen das gemeinsame Interesse an unserer zukünftigen Hochschulkooperation deutlich gezeigt.

Meine Weimar-Momente:

Ein stiller und weitläufiger Rückzugsort mitten in Weimar ist der «Park an der Ilm», in dem sich unter anderem Goethes Sommerhaus befindet – ebenso die Überreste des Hauses von Johannes Itten, dem Schweizer Gelehrten, der 1919 (Gründungsjahr des Bauhauses) als einer der ersten Lehrer an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen wurde.

Das Deutsche Bienenmuseum in Weimar bietet einen faszinierenden Einblick in die Welt der Imkerei und die kulturelle Bedeutung der Biene. Neben historischen Bienenstöcken und Imkergeräten zeigt die Ausstellung auch die ökologische Rolle der Bienen für unsere Umwelt. Der Besuch verbindet naturkundliches Wissen mit einem eindrücklichen Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt.

Das Haus Am Horn wurde 1923 als Musterhaus der Bauhaus-Ausstellung errichtet und gilt als erstes vollständig nach den Prinzipien des Bauhauses gestaltetes Gebäude. Es war ein avantgardistisches Experiment, das modernes Wohnen, funktionales Design und industrielle Fertigung vereinte. Mit seiner klaren Form, den offenen Räumen und der schlichten Ästhetik wurde es zum gebauten Manifest einer neuen Lebens- und Gestaltungskultur.

Das Nietzsche-Archiv in Weimar gilt als ein zentraler Ort der Erinnerung an den Philosophen Friedrich Nietzsche. In der von Henry van de Velde gestalteten Villa befindet sich heute ein Museum, das Nietzsches Leben, Denken und Nachwirkung eindrucksvoll dokumentiert. Die besondere Atmosphäre des Hauses verbindet intellektuelle Geschichte mit einer einzigartigen Aura, die für mich sehr spürbar war.

Die «Gedenkstätte Buchenwald» erinnert eindrücklich an das Konzentrationslager. Mein Besuch war eine verstörende Erfahrung. Zwischen den kargen Relikten des ehemaligen Konzentrationslagers spürt man die beklemmende Präsenz der Geschichte und das Ausmass menschlicher Grausamkeit.

«Erfurt» die Landeshauptstadt Thüringens, beeindruckt mit einer hervorragend erhaltenen mittelalterlichen Altstadt und der markanten Krämerbrücke.

Yasemen Büyükberber, Wissenschaftliche Projektleiterin Research Office

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