Zum Inhalt springen
Logo International Office Blog

International Office Blog

In­ter­na­tionale Er­fahrun­gen in Seoul – FHGR-Studierende am Summer Se­mes­ter der SKKU

Vier Wochen in Seoul – Lernen, Entdecken, Vernetzen: Jeden Sommer öffnet die renommierte Sungkyunkwan University (SKKU) in Seoul ihre Tore für Studierende aus aller Welt. Während des International Summer Semesters kombinieren die Teilnehmenden akademische Kurse mit kulturellen Aktivitäten und Ausflügen. Damit bietet sich eine einzigartige Gelegenheit, Studium, Reisen und interkulturellen Austausch zu verbinden.

Auch sieben Studierende aus vier verschiedenen Studiengängen der Fachhochschule Graubünden nutzten in diesem Jahr die Chance, Südkorea kennenzulernen. Eine neue Partnerschaft zwischen der FH Graubünden und der SKKU machte dies möglich. Ebenfalls vor Ort war Prof. Dr. Ingo Barkow, Dozent an der FHGR, der im Rahmen des Programms an der SKKU unterrichtete. Zwei der Teilnehmenden, Julia Priore (Bachelor Informationswissenschaften) und Benjamin Misteli (Bachelor Digital Supply Chain Management), erzählen von ihren Eindrücken.

„Ich wollte schon immer ein Auslandssemester machen.“

Für Julia war die Entscheidung schnell gefallen. Schon lange hatte sie mit dem Gedanken gespielt, ein Semester im Ausland zu verbringen, doch als Teilzeitstudentin schien das kaum umsetzbar. „Als ich vom Summer Semester hörte, wusste ich sofort, dass ich diese Chance nutzen möchte, um Südkorea zu erleben, Menschen aus aller Welt kennenzulernen und an einer fremden Universität zu studieren“ (Julia).

Benjamin hingegen reizte vor allem die andere Kultur und die Möglichkeit, während vier Wochen intensiv zu lernen. „Zudem konnten wir uns die Module anrechnen lassen, und für die ersten Anmeldungen entfiel die Studiengebühr. Das war die perfekte Gelegenheit“ (Benjamin).

Von der Vorbereitung bis zum ersten Tag auf dem Campus

Auch wenn Korea für beide Neuland war, fühlten sie sich gut vorbereitet. Julia vertiefte sich vorab in Reiseblogs und Foren zu Seoul, informierte sich über ÖV, Essen und lokale Gepflogenheiten und lernte mit Duolingo sogar das koreanische Alphabet. „Nicht unbedingt nötig, aber es gab mir Sicherheit“, erzählt sie schmunzelnd.

Benjamin hebt die Organisation der SKKU hervor: „Wir erhielten frühzeitig alle relevanten Informationen, und über Teams konnten sich die Studierenden bereits im Voraus austauschen und gemeinsame Ausflüge planen.“

Lernen zwischen Tradition und Moderne

Die Auswahl an Kursen war gross. Julia belegte Statistics in Python bei Prof. Kyung Eun Park von der Wilkwillkes University, ein Kurs, der sich als anspruchsvoller erwies als erwartet. „Ich konnte Hemmschwellen beim Programmieren abbauen und viel Neues lernen“, erzählt sie.

Benjamin entschied sich für International Business & Analytics. Besonders beeindruckt war er von der Vielfalt der Dozierenden: „Einige unterrichten in den USA, sogar in Harvard. Fachlich habe ich in kurzer Zeit enorm viel gelernt.“

Der Unterricht fand jeweils von Montag bis Donnerstag statt, freitags standen Exkursionen oder kulturelle Aktivitäten auf dem Programm.

Ein Campus mit Geschichte

Die SKKU gilt als die älteste Universität Asiens, gegründet im Jahr 1398. Sie verbindet moderne Lehrgebäude mit historischen Hanok-Bauten.

Julia war besonders vom historischen Teil beeindruckt: „Es war surreal, zwischen jahrhundertealten Gebäuden zu studieren.“ Benjamin beschreibt den Campus als riesig und lebendig: „Fast wie ein amerikanisches College: mit Sportplätzen, Cafés und sogar einem eigenen Supermarkt.“

Kultur, Freundschaften und Kimchi Pancakes

Neben dem Studium blieb viel Zeit, um Seoul und das Land zu erkunden. Julia nutzte jede Gelegenheit, um neue Stadtviertel zu entdecken, von Myeongdong über Gangnam bis Ikseon-dong, wo sie ihr Lieblingslokal fand: „Dort habe ich meine Liebe zu Kimchi Pancakes entdeckt.“

Auch Benjamin genoss die Freizeit: „Das Viertel Hyehwa, nur wenige Minuten vom Campus entfernt, war perfekt für Kaffee oder ein Bier mit Kommilitonen. Abends konnte man auch in Vierteln wie Hongdae und Itaewon gut feiern gehen und eine tolle Zeit mit Kommilitonen aus aller Welt verbringen.“

An den Wochenenden zog es beide in verschiedene Regionen Koreas. Julia reiste nach Busan und auf die Insel Jeju, wo sie die legendären Haenyeo, die koreanischen Taucherinnen, beobachten konnte. „Mein persönliches Highlight“, wie sie sagt. Benjamin wiederum nutzte die guten Zug- und Flugverbindungen für Ausflüge zur DMZ, nach Suwon oder sogar nach Japan: „Von Seoul nach Osaka oder Tokio dauert der Flug nur rund eineinhalb Stunden. Das ist perfekt für ein verlängertes Wochenende.“

Internationaler Austausch, weit über die Uni hinaus

Rund 800 Studierende aus aller Welt nahmen am diesjährigen Summer Semester teil. Der Austausch war lebendig und vielfältig. „Dank WhatsApp- und Teams-Chats war es einfach, neue Leute kennenzulernen. Wir haben schnell Freundschaften geschlossen und viel gemeinsam unternommen“, erinnert sich Benjamin.

Auch der Kontakt zu Einheimischen war bereichernd: „Die Koreanerinnen und Koreaner waren sehr freundlich und hilfsbereit und sie freuten sich immer, wenn man ein paar Wörter Koreanisch versuchte“ (Julia).

Wohnen im koreanischen Studentenwohnheim

Untergebracht waren beide im G-House Dormitory der SKKU, einem grossen Studierendenwohnheim direkt neben dem Campus. Julia beschreibt es als komfortabel und gut ausgestattet, „mit Klimaanlage, Mikrowellen und Wasserspendern auf jedem Stockwerk. Nur Wäschewaschen war manchmal ein kleiner Kampf.“

Benjamin ergänzt: „Alles Nötige war vorhanden, auch wenn die Betten etwas gewöhnungsbedürftig waren. In der Umgebung gab es viele Restaurants und Shops, und der berühmte Gwangjang Market war gleich um die Ecke.“

Fazit: Ein Sommer, der bleibt

Für beide war das Summer Semester weit mehr als ein akademischer Aufenthalt. „Ich habe so viel Neues gesehen, gelernt und erlebt. Seoul hat mich begeistert. Ich möchte auf jeden Fall zurück“, fasst Julia zusammen.

Auch Benjamin zieht ein positives Fazit: „Es war eine einmalige Gelegenheit, Menschen aus aller Welt kennenzulernen und in eine andere Kultur einzutauchen. Ich kann es jedem empfehlen, der offen und neugierig ist.“

Sabrina Lindau, Wissenschaftliche Projektleiterin, UX-Research der FH Graubünden schreibt über die Erfahrungen der FHGR-Studierende am Summer Semester der SKKU in Seoul.

Number of comments 0
Comments