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Eine Mas­ter­stu­dentin in Florenz

Anina Flüeler nimmt uns mit auf ihre Reise nach Florenz und lässt uns an ihren Erlebnissen teilhaben.

Nach Italien? In die Sprachschule? Ah ja, Florenz… da war ich auch schon in einem Sprachkurs, ist schön da! Solche und ähnliche Kommentare habe ich in meiner Vorbereitungsphase für mein Austauschsemester immer wieder gehört. Wenn man das Studium im Teilzeitpensum absolviert und viele gar nicht wissen, dass man neben der Arbeitswelt auch noch Zeit an der Fachhochschule verbringt, ist so ein Semester im Ausland offenbar nicht sehr naheliegend. Nichtsdestotrotz habe ich mich für ein Austauschsemester in Italien entschieden – und es war eine super Entscheidung! Bereits im Bachelor durfte ich die Möglichkeit der FHGR nutzen und ein Semester in Kamloops, Kanada absolvieren. Auch dieses Mal – hier in Florenz – habe ich meinen Entschluss alles andere als bereut.

Erste Entdeckungstouren in der Stadt direkt nach der Ankunft

Nun aber zur Uni, der Stadt, den Sehenswürdigkeiten, den Freizeitaktivitäten, und vielem mehr hier im grossen Florenz (auch wenn eine Kollegin aus Madrid meint: «Ohh, carina questa città! Firenze è così piccola.»)…

Im Vergleich zu Chur ist Florenz mit seinen gut 380'000 Einwohner*innen natürlich schon um einiges grösser. Und auch an die Grösse und Strukturen der Universität muss man sich zuerst mal gewöhnen, wenn man sich an die übersichtliche und gut strukturierte FHGR gewöhnt ist. Dank des Online Introduction Day für die Exchange Students sowie der Zuteilung zu einem «Buddy» konnten die Anfangsschwierigkeiten dann aber sehr rasch überwunden werden. Die «Scuola die Economia e Management» in Novoli ist nämlich sehr übersichtlich (ähnlich wie die Gebäude der FHGR an der Comercialstrasse), aber dennoch habe ich es erst nach dem zweiten Anlauf ins Unterrichtszimmer geschafft… Denn durch die aktuell noch strikteren Covid-Massnahmen in Italien muss man sich hier für seine Kurse jeweils bis 24h vorher online registrieren. Dann gelangt man mittels App und QR-Code in die Schulgebäude, aber auch nur dann, wenn beim Eintritt ins Gebäude die gemessene Körpertemperatur nicht «Fieber» schreit und man eine FFP2-Maske trägt. Anfänglich war das etwas gewöhnungsbedürftig, doch heute ist es schon ganz normal und stört nicht mehr. Selbstverständlich kann auch jede Lektion online mitverfolgt werden, was einige der Student*innen, die ausserhalb wohnen, auch tun. Ich besuche hier zwei Kurse des Tourismus Masters auf Englisch sowie einen Kurs des Wirtschaft Masters auf Italienisch. Zudem habe ich mich an der Sprachfakultät für einen Italienischkurs eingeschrieben, welcher zweimal pro Woche im Stadtzentrum stattfindet und sehr lehrreich ist. Durch Gruppenarbeiten an der Uni und Partnerübungen im Sprachkurs kommt man rasch in Kontakt mit anderen Studenten. Die Klassengrössen sind zumindest im Tourismus und Wirtschaftsstudiengang nicht viel grösser als 40 Personen und somit bleiben auch die Dozent*innen sehr zugänglich und stehen bei Fragen gern zur Verfügung. Alles in allem ein sehr guter Ort für ein Semester im Ausland.

Zutritt zum Skigebiet – äh zur Uni – am Novoli Campus der Università degli Studi di Firenze

Eine Wohnung respektive ein eigenes Zimmer habe ich bei einer sehr, sehr netten italienischen Gastfamilie gefunden. Ich wohne in Gehdistanz zur Uni und zum Parco delle Cascine und wurde so herzlich aufgenommen, wie man es sich von Italiener*innen nur vorstellen kann. Mein Italienisch konnte ich durch die häufigen Unterhaltungen bereits merklich verbessern und auch das Verständnis der hiesigen Kultur wird mir stets nähergebracht. Tipps zu aktuellen Märkten, Ausstellungen im Zentrum, typischen Restaurants oder das gemeinsame Kochen italienischer Spezialitäten sind an der Tagesordnung. Es gefällt mir ausserordentlich gut und die Wahl der Gastfamilie hat sich als Glückstreffer herausgestellt.   

Der Parco delle Cascine direkt am Fluss Arno bietet ein perfektes Naherholungsgebiet für die Fiorentiner. Spazieren, Joggen, mit dem Hund Gassi gehen, mit den Kindern spielen, sich einfach nur treffen für eine «Chiacchierata», Märkte besuchen, und vieles mehr bietet dieser grosse Park im Nordwesten des Zentrums.

Aber auch die Innenstadt von Florenz hat selbstverständlich so einiges zu bieten. Das UNESCO Weltkulturerbe strotzt nur so vor Sehenswürdigkeiten. Jeder Kunst-, Kultur- und Geschichte-Liebhaber ist hier im siebten Himmel und kommt definitiv auf seine Kosten. Der Palazzo Vecchio, die Geschichte der Familie Medici, die Galleria dell’Arte mit der David Statue, die Uffizien, der Palazzo Pitti, der Giardino di Boboli, die Ponte Vecchio, die Basilica di Santa Croce, die Aussicht von der Abbazia di San Miniato al Monte auf die Stadt, und dann natürlich noch der Duomo mit der Cattedrale di Santa Maria del Fiore, die Cupola di Brunelleschi und der Campanile di Giotto. Einfach nur wow!

Der berühmte Duomo, die Loggia dei Lanzi, die Abbazia di San Miniato und der Palazzo Vecchio

Aber auch ausserhalb von Florenz lassen sich viele schöne Orte erkunden. So beispielsweise die Hügellandschaft der Crete Senesi bei Siena, die Weinregion des Chianti, malerische Dörfchen auf dem Lande wie San Gimignano, die Küstenlandschaft der Cinque Terre südlich von Genova, oder die Städte Lucca, Siena und Bologna. Einige dieser Orte habe ich bereits besucht, andere stehen noch weit oben auf meiner Liste. Glücklicherweise habe ich mein Gravel Velo mit nach Florenz genommen, so kann ich hin und wieder die wunderschöne Gegend auf zwei Rädern erkunden. Ich freue mich schon jetzt auf weitere, tolle Erlebnisse hier in Florenz und der umliegenden Region.

Und wer sich für ein Austauschsemester in Italien interessiert, darf sich sehr gerne bei mir melden!

Das wunderschöne Dörfchen Serre di Rapolano

Die Piazza in Fiesole

Velo-Ausflug nach Rufina und Falgano

Gravel Tour auf den Crete Senesi

Geführte Sonntags-Wanderung mit Einheimischen im Quartier «Arcetri» in Florenz

 

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