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Kritiken 1. Semester, Kleinbau im öffentlichen Raum, Bild: Situationsmodell neuer FHGR-Campus und Park

Kritiken 1. Semester, Kleinbau im öffentlichen Raum, Bild: Situationsmodell neuer FHGR-Campus und Park

Ge­mein­sa­me Kri­ti­ken am Don­ners­tag, 20. No­vem­ber 2025

Am 20. November finden die Zwischen- und Schlusskritiken aller drei Semester statt. An diesem gemeinsamen Tag erhalten die Studierenden die Gelegenheit, auch die Präsentationen ihrer Kommiliton:innen aus den höheren und tieferen Semestern zu besuchen. Wie gewohnt sind die Kritiken öffentlich zugänglich. Nachfolgend finden Sie die detaillierten Informationen zu den einzelnen Aufgabenstellungen, einschließlich Angaben zu Dozierenden und Gastkritiker:innen. Der Tag startet um 8:00 Uhr bei uns an der Pulvermühlestrasse 80 in Chur.


1. Semester: Kleinbau im öffentlichen Raum

Ausgangslage

Im öffentlichen Raum haben Kleinbauten seit jeher eine wichtige soziale und funktionale Rolle gespielt: In Brunnen auf Dorfplätzen wurden früher gemeinsam Kleider gewaschen, der Kiosk auf Plätzen und in Pärken war einst ein wichtiger Treffpunkt, in Telefonkabinen ereigneten sich manchmal herzerweichendes Kleintheater. Während sich die Zeit und der öffentliche Raum mit der Industrialisierung und der Digitalisierung stark gewandelt hat, bestehen die urmenschlichen Bedürfnisse nach Interaktion im öffentlichen Raum indes weiter. Wir fragen uns, wie könnten Orte der zufälligen Begegnung in der heutigen Zeit entwickelt und gestaltet sein?

Aufgabenstellung

Für den neuen Campus der Fachhochschule Graubünden an der Pulvermühlestrasse gilt es eine Bushaltestelle zu gestalten und zu konstruieren. Eine Bushaltestelle ist wie ein Kiosk, ein Brunnen oder ein Marktstand, es ist ein Kleingebäude im öffentlichen Raum, welcher angeeignet werden kann. In der Stadtentwicklung spricht man auch von «Mobiliar», wenn Kleinbauten auf Plätzen oder in Pärken gemeint sind, das suggeriert, dass Kleinbauten analog wie Möbel in Innenräumen eine wichtige funktionale und gestalterische Rolle übernehmen: sie bieten Bequemlichkeit, fördern die zwischenmenschliche Interaktion und schaffen Orte zum Arbeiten, sich zu Verpflegen und vieles mehr. Kleinbauten auf einem öffentlichen Platz nehmen den menschlichen Massstab auf, sie sind dienend und können sich vornehm zurücknehmen oder extravagant in Erscheinung treten. 

Dozierende
  • Simona Capaul (Architektin MSc)
  • Conradin Weder (Architekt MSc ETH/SIA)
Gastdozierende
  • Jan-Holger Stucken (Architekt MSc ETH/SIA)
  • Koichiro Tsuchiya (Architekt MA/SIA)
Gastkritiker:innen
  • Partic Barben (M.A. Architekt FH SIA, Partner bei Giuliani Hönger Architekten)
  • Maurus Baumann (Bauleitung/ Projektierung, Departement Bau Planung Umwelt, Stadt Chur)
  • Rena Wangler (Dipl. Architektin FH, Projektleiterin Bauprojekt-Management, Hochbauamt Graubünden)
  • Prof. Christian Auer (dipl. Architekt HTL SIA, Designer SDA, Studienleiter am Institut für Bauen im alpinen Raum FHGR)
Kritiken 1. Semester, Kleinbau im öffentlichen Raum, Bild: Situationsmodell neuer FHGR-Campus und Park
Kritiken 1. Semester, Kleinbau im öffentlichen Raum, Bild: Situationsmodell neuer FHGR-Campus und Park


3. Semester: Ein Wohnhaus mit Garten 


Ausgangslage

90 Prozent unserer Zeit verbringen wir in Räumen und entsprechend wichtig ist es, dass diese für den Menschen entworfen werden. Räume haben einen bedeutenden Einfluss auf unsere Lebensqualität und sind entscheidend für den Komfort und unser Wohlbefinden. Wohnen ist essenziell und ein zentrales Bedürfnis aller Menschen. Anhand von Fragestellungen zum einzelnen Raum und mit Hilfe von Beispielen untersuchen wir die Art wie gewohnt wird. Wann fühlen wir uns in einem Raum wohl und welche Elemente sorgen für dieses Wohlbefinden? Ist dies eine rein individuelle Empfindung oder gibt es so etwas wie eine allgemeingültige gestalterische Regel zum Wohnungsbau?

Offensichtlich wurde früher sehr kompakt und «raumsparender» gebaut. Die Tendenz, dass die Anzahl der Quadratmeter Wohnfläche pro Kopf immer mehr ansteigt, zeichnet sich als sichtbare Zersiedlung unseres Landschaftsraumes deutlich ab. Gemäss dem Bundesamt für Statistik betrug der durchschnittliche Flächenverbrauch im Jahr 2022, 46.5m2 pro Bewohner. Im Rahmen des Nachhaltigkeitsgedankens muss der Flächenkonsum pro Kopf wieder reduziert werden. Als Grundlage dienen die Flächenangaben vom Bundesamt für Wohnungswesen. Weiter stellen wir uns die Frage, welche Räume können gemeinschaftlich genutzt werden und wie könnte sich der Grundriss an die Bedürfnisse der Bewohner anpassen.


Aufgabenstellung

Zu Beginn des Semesters erarbeiten wir uns eine Grundlage mit Hilfe von Vorübungen zum Ort. Die Bezüge zur Stadt und zur umliegenden Landschaft, das Verhältnis zwischen kollektiv genutzten und privaten Räumen sowie die funktionalen und ästhetischen Aspekte von Raumfolgen sind unsere Diskussionsschwerpunkte. Ein weiterer zentraler Aspekt unseres Entwurfes ist der Garten, der das Mehrfamilienhaus im Quartier einbettet und an die Umgebung anbindet. Anfangs werden wir einzelne Räume und deren Proportionen untersuchen und der Frage nach guten Raumgrössen nachgehen.

Ein Augenmerk legen wir auf die unterschiedlichen Erschliessungsformen, die sich im Wohnungsbau etabliert haben. Wir sprechen über Raumanordnungen, die sich für bestimmte Lebensformen besonders eignen, sich über die Zeit etabliert haben, und so als Typus bedeutend sind. Charakteristische Eigenheit, räumliche Abhängigkeit und funktionale Merkmale von Grundrisstypen sind unsere Diskussionsschwerpunkte. Mit den gewonnenen Erkenntnissen entwickeln wir ein Wohnhaus mit mehreren Wohneinheiten in der Stadt Chur auf einer Parzelle zwischen Scaletta- und Nordstrasse. Dem Wohnhaus soll ein Konzept zugrunde liegen, welches das Wohnen über mehrere Generationen und in verschiedensten Haushaltmodellen ermöglicht. Gleichzeitig ist es uns wichtig, den Geist des Quartieres mit einzubeziehen.


Dozierende
  • Sonja Grigo (Architektin BSA)
  • Franco Pajarola (Architekt BSA SIA)

Gastkritiker:innen
  • Maja Tobler (Landschaftsarchitektin FH)
  • Patrick Schmid (Architekt ETH SIA)
Kritiken 3. Semester, Ein Wohnhaus mit Garten, Bild: Modellfoto aus der Blockwoche
Kritiken 3. Semester, Ein Wohnhaus mit Garten, Bild: Modellfoto aus der Blockwoche


5. Semester: Studio Trun


Ausgangslage

Gemeinsam untersuchen wir die Baukultur ländlicher Randregionen und entwickeln ein Verständnis, das über bequeme Klischees von Harmonie, Selbstversorgung und Eigenständigkeit hinausgeht. Uns interessiert die buntere, vielschichtigere Realität, geprägt von Ab- und Zuwanderung, sozialen Umbrüchen sowie von den Fernwirkungen weltgeschichtlicher Ereignisse. Eine Realität, die sich oft differenzierter in der gebauten Umwelt ablesen lässt als in der geschriebenen Geschichte. Diese Spuren nehmen wir als Ausgangspunkt für unsere architektonischen Interventionen.


Thema

Wir verbringen das Semester in der Ortschaft Trun. Die heterogene und kontrastreiche Bausubstanz des Strassendorfes zeugt von einer ambivalenten Beziehung zwischen Abgelegenheit und Weltanbindung. Es treffen herrschaftliche Häuser auf Bauernhäuser, Strickhäuser auf Industrieanlagen, neue Gewerbebauten auf eine junge Kulturszene. Mit der Ausweitung und Intensivierung der touristischen Entwicklung in der Surselva steht Trun nun erneut vor einem tiefgreifenden Wandel. Es drohen qualitätslose Dorferweiterungen von Erstwohnungen und eine Überschreibung des Dorfkerns mit stilisierten Umbauten nach einem generellen historischen Ideal. Dieser Entwicklungen gilt es Alternativen zu bieten.


Aufgabenstellung

Unsere Arbeit beginnt beim Unsichtbaren der gebauten Umwelt: persönlichen Geschichten, sozialen Zusammenhängen und historischen Ereignissen. Durch Spaziergänge und Erkundungen entsteht ein intimes, spezifisches Verständnis des Ortes – oft anders, als zunächst erwartet. In individueller und gemeinschaftlicher Arbeit erproben wir unterschiedliche Formen der Dokumentation. Entscheidend ist, dass jedes Ergebnis und Artefakt so weit entwickelt wird, dass es eine Eigenständigkeit bekommt und unerwartet neue Einsichten widerspiegelt. Auf dieser Grundlage sollen Entwürfe entstehen, die mit minimalen Mitteln bestehende Qualitäten stärken und neue Perspektiven eröffnen. Der Fokus liegt auf öffentlichen und gemeinschaftlichen Räumen und auf ihrem Potenzial, eine Vision für eine nachhaltige und inklusive Entwicklung zu tragen.


Dozierende
  • Adriana D’Inca (Dipl. Arch ETH)
  • Philipp Imboden (Dipl. Arch. ETH)
  • Lucrezia Vonzun (MSc Arch ETH / SIA)
  • Georgi Georgiev (Dipl. Arch SIA)

Gastkritiker:innen
  • Thomas Sommermatter (Architekt ETH,Atelier in Brig zusammen mit David Ritz, Lehrbeauftragter für Entwurf & Konstruktion an der HSLU, Vorstandsmitglied des Oberwalliser Heimatschutzes, sowie Mitglied im Architektenkollektiv «Das Blaue Becken».)
  • Jaqueline Fosco-Oppenheim (Architektin ETH, ab 1970 Zusammenarbeit mit Benno Fosco und Klaus Vogt,1986 Lehrauftrag für Entwurf und Konstruktion an der Ingenieurschule Basel, 1986 – 2006 Lehrtätigkeit in Entwurf und Konstruktion an der ZHAW, 1998-2002 Leitung des Institutes Bauwesen für Forschung + Entwicklung und Weiterbildung.)
  • Damian Jurt (seit 2019 Kurator am Bündner Kunstmuseum Chur, davor am Kunsthaus Pasquart in Biel/Bienne, 2014 – 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Kunst, Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel.)
  • Remo Derungs (Dipl. Innenarchitekt und Designer FH, gasser, derungs Innenarchitekturen, Studium der Innenarchitektur an der ZHDK Zürich, Mitarbeit im Atelier Peter Zumthor und Alfredo Häberli, Professor für Innenarchitektur an der SUPSI in Mendrisio, Künstlerische Leitung von 'Das Gelbe Haus Flims'
Kritiken 5. Semester, Studio Trun, Bild: Situationsmodell Trun
Kritiken 5. Semester, Studio Trun, Bild: Situationsmodell Trun

www.fhgr.ch/architektur

www.fhgr.ch/ibar

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