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Digital Supply Chain Management Blog

Infografik zum Vergleich von Bachelor-Studiengängen für KV-Absolventen mit Berufsmatura in der Schweiz. Gezeigt werden vier Hauptwege: Betriebsökonomie, Digital Supply Chain Management, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik, jeweils mit Bachelor of Science Abschluss, ECTS-Credits, Masterzugang und internationaler Anerkennung. Eine separate Box verweist auf die Höhere Fachschule (HF) und eidgenössische Prüfungen.

Vergleich der vier wichtigsten Bachelor-Optionen für KV-Absolvent:innen an Schweizer Fachhochschulen.

Nach dem KV stu­die­ren: Welcher Ba­che­lor passt zu dir?

Die vier wichtigsten Bachelor-Optionen für KV-Absolvent:innen mit Berufsmatura an Schweizer Fachhochschulen sind Betriebsökonomie (BÖK), Digital Supply Chain Management, Wirtschaftsingenieurwesen (WING) und Wirtschaftsinformatik. Alle vier führen zu einem Bachelor of Science (BSc), dauern berufsbegleitend 4 Jahre und kosten an öffentlichen Fachhochschulen zwischen CHF 720 und CHF 1'000 pro Semester. Welcher Studiengang der richtige ist, hängt davon ab, ob du generalistisch, spezialisiert, technisch oder IT-nah arbeiten willst. Dieser Artikel vergleicht die Optionen — mit konkreten Unterschieden, Zahlen und einer ehrlichen Einordnung.

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Was ist der Unterschied zwischen Bachelor, HF und Fachausweis?

Nach dem KV mit Berufsmatura stehen dir drei Weiterbildungswege auf Tertiärstufe offen. Die Unterschiede werden von Bildungsanbietern oft vereinfacht — hier die Fakten.

Die eidgenössischen Prüfungen umfassen zwei Stufen. Die Berufsprüfung (BP) führt zum eidgenössischen Fachausweis (z. B. HR-Fachperson, Logistikfachmann/-frau, Technische/r Kaufmann/-frau) auf NQR-Stufe 5. Du kannst sie bei 80–100% Arbeitspensum absolvieren, typische Dauer 2–3 Semester. Darauf aufbauend führt die Höhere Fachprüfung (HFP) zum eidgenössischen Diplom (z. B. Einkaufsleiter/in, Experte/in in Rechnungslegung und Controlling, Leiter/in Human Resources) auf NQR-Stufe 6–7. Das eidgenössische Diplom wird laut Lohnratgeber des Kaufmännischen Verbands Schweiz lohnmässig mit einem FH-Master gleichgestellt. Für beide Stufen übernimmt der Bund 50% der Kurskosten nach Absolvierung der eidgenössischen Prüfung — bei Gesamtkosten von CHF 12'000–16'000 (BP) bzw. CHF 15'000–25'000 (HFP) zahlst du netto die Hälfte (Quelle: SBFI, Subjektfinanzierung höhere Berufsbildung). Ein akademisches Masterstudium ist über diesen Weg nicht direkt möglich, aber teurere CAS- und MAS-Weiterbildungsprogramme an Fachhochschulen stehen dir nach beiden Stufen unter Umständen offen.

Die Höhere Fachschule (HF) führt zum Diplom HF (z. B. Dipl. Betriebswirtschafter/in HF) auf NQR-Stufe 6 — technisch ist das dieselbe Stufe wie ein Bachelor. Seit dem Parlamentsentscheid vom 19. Dezember 2025 darf der HF-Abschluss zusätzlich den Titel «Professional Bachelor» tragen. Damit endet aber auch die Gemeinsamkeit — und genau hier lohnt sich ein kritischer Blick.

Die NQR-Einstufung wird von HF-Anbietern offensiv vermarktet: «gleichwertig mit dem Bachelor», «selbes Niveau wie die Fachhochschule». Das ist formal korrekt — gleichwertig heisst im Nationalen Qualifikationsrahmen: derselbe Anspruch an Komplexität und Selbständigkeit. Es heisst aber nicht gleichartig. Die konkreten Unterschiede:

Ein FH-Bachelor ist ins Bologna-System eingebettet — du sammelst 180 ECTS-Credits, erhältst ein Diploma Supplement und dein Abschluss ist in 48 Ländern direkt vergleichbar. Ein HF-Diplom ist ein rein schweizerisches Format ohne ECTS. Der neue Zusatztitel «Professional Bachelor» verbessert die Lesbarkeit im Ausland, ist aber kein akademischer Grad und kein Bologna-Abschluss.

Mit einem FH-Bachelor steigst du direkt in ein Masterstudium ein — an Fachhochschulen, Universitäten oder im Ausland. Mit einem HF-Diplom brauchst du in der Regel eine Passerelle: ein verkürztes Bachelor-Zusatzstudium an einer FH von typisch 2–3 Jahren in Teilzeit, bevor der Master möglich wird.

Ein FH-Bachelor beinhaltet Forschungsmethodik, wissenschaftliches Schreiben und eine Bachelorarbeit mit akademischem Anspruch. Das HF-Studium ist stärker auf direkte Praxisanwendung ausgerichtet — je nach Karriereziel ein Vorteil oder ein Nachteil.

Das heisst nicht, dass der HF-Weg schlecht ist. Für jemanden, der kein Masterstudium plant, kein internationales Umfeld anstrebt und schnell eine Führungsposition in einem Schweizer KMU übernehmen will, kann die HF der effizientere Weg sein. Aber die Behauptung «gleichwertig = dasselbe» ist vereinfachend — und du solltest die Entscheidung mit offenen Augen treffen.

Beachte auch, dass ein Nachdiplomstudium (NDS HF) eines HF-Anbieters nicht vergleichbar ist mit einem HF-Abschluss. Eine Zulassung zu einem Bachelor-Studium und die Anrechnung vor Vorleistungen sind mit einem NDS HF nicht möglich.

Dieser Artikel fokussiert auf die Bachelor-Optionen an Fachhochschulen, weil du mit der Berufsmatura direkt zugelassen bist, international anerkannte ECTS-Credits sammelst und dir alle Weiterbildungswege offenhältst.

Welche Bachelor-Studiengänge wählen KV-Absolvent:innen am häufigsten?

KV-Absolvent:innen mit Berufsmatura wählen am häufigsten einen dieser vier Studiengänge: Betriebsökonomie (BÖK) als generalistisches Studium mit Vertiefungsrichtungen, Digital Supply Chain Management als spezialisierte Variante der Betriebsökonomie, Wirtschaftsingenieurwesen als Brücke zwischen Technik und Business, und Wirtschaftsinformatik als Brücke zwischen IT und Business. Alle vier schliessen mit einem Bachelor of Science ab, unterscheiden sich aber erheblich in Inhalt, Anforderungsprofil und Karriereperspektiven.

Was lernst du im Studium Betriebsökonomie (BÖK)?

Betriebsökonomie ist der mit Abstand beliebteste Studiengang für KV-Absolvent:innen. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) ist «Wirtschaft und Dienstleistungen» der grösste Fachbereich an Schweizer Fachhochschulen. BÖK wird an fast jeder FH angeboten — ZHAW, FHNW, HSLU, FHGR, OST, BFH, HWZ und weitere.

Das Grundstudium (teilweise auch "Assessment" genannt , 2–3 Semester) ist überall ähnlich: Rechnungswesen, Marketing, VWL, Recht, Statistik, Management-Grundlagen. Ab dem 3. oder 4. Semester wählst du eine Vertiefung (Major), die dein späteres Profil am Arbeitsmarkt prägt. Hier sind die wichtigsten:

General Management ist die breiteste Variante — du vertiefst kein spezifisches Fachgebiet, sondern bleibst bewusst generalistisch. Das passt, wenn du noch nicht weisst, wohin es gehen soll, oder in einem kleineren Unternehmen arbeitest, wo du verschiedene Funktionen gleichzeitig abdecken musst. Die Kehrseite: In einem Arbeitsmarkt, der zunehmend Spezialist:innen sucht, fehlt dir ein Profil, das dich von den Tausenden anderen BÖK-Absolvierenden mit General Management unterscheidet.

Banking & Finance richtet sich an alle, die in der Finanzbranche bleiben oder einsteigen wollen — Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltung, Fintech. Anbieter sind u. a. ZHAW, HWZ und die FHGR. Wenn du aus einer Banklehre kommst und weisst, dass du in diesem Umfeld bleiben willst, ist das eine karrierewirksame Wahl. Die Vertiefung öffnet aber wenig Türen ausserhalb der Finanzbranche.

Marketing (bzw. Digital Marketing, Kommunikation) fokussiert auf Kundengewinnung, Markenführung, Marktforschung und digitale Kommunikation. Typische Berufsfelder nach dem Abschluss sind Marketingmanagement, Kommunikation, Produktmanagement und E-Commerce. Gut geeignet, wenn du kreativ arbeiten und die Aussenwirkung eines Unternehmens gestalten willst.

International Management bereitet auf Tätigkeiten in international tätigen Unternehmen vor — interkulturelle Zusammenarbeit, internationaler Handel, Fremdsprachen. Passt, wenn du im Ausland arbeiten oder in einem globalen Konzern mit Verantwortung für mehrere Märkte Karriere machen willst. Wenn Du rasch international Arbeiten willst, kann sich aber auch Digital Supply Chain Management als Option lohnen.

Accounting, Controlling & Auditing ist die Vertiefung für zahlenaffine Kaufleute, die im Finanz- und Rechnungswesen ihre Zukunft sehen. Revision, Controlling, Treuhand, Konzernrechnungslegung — der Schweizer Arbeitsmarkt für qualifizierte Fachkräfte in diesem Bereich ist stabil, die Karrierestufen sind klar definiert.

Entrepreneurship richtet sich an Gründer:innen oder solche, die es werden wollen. Inhalte sind Businessplan-Entwicklung, Startup-Finanzierung, Innovationsmanagement und agile Methoden. Nicht jede FH bietet einen eigenen Entrepreneurship-Major an — an der FHNW, der FHGR und der BFH findest du entsprechende Vertiefungen.

Human Resource Management vertieft Personalführung, Arbeitsrecht, Organisationsentwicklung und Talentmanagement. Passt, wenn du in die HR-Abteilung eines grösseren Unternehmens willst. Teilweise als eigenständiger Major, teilweise als Schwerpunkt innerhalb von General Management angeboten.

Leadership & Management fokussiert auf Führungskompetenzen, Change Management und strategische Unternehmensführung. Das Angebot variiert stark zwischen den Hochschulen — prüfe genau, welche Inhalte sich hinter dem Namen verbergen, bevor du dich entscheidest.

Das grundsätzliche Muster bei BÖK: Du erhältst ein solides BWL-Fundament und spezialisierst dich dann. Der Vorteil ist maximale Flexibilität im Grundstudium. Der Nachteil: Wer sich für einen generalistischen Major entscheidet, hat am Ende breites Wissen — aber kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber der grossen Zahl anderer BÖK-Absolvierender. Im Hinblick darauf, dass jedes Jahr tausende Menschen in der Schweiz einen solchen Abschluss machen, wirst Du auf dem Arbeitsmarkt mit einem intensiven Wettbewerb konfrontiert sein.

Was ist Digital Supply Chain Management und für wen eignet es sich?

Digital Supply Chain Management (DSC) an der FH Graubünden ist formal ebenfalls ein BSc in Betriebsökonomie — du erhältst exakt denselben Abschluss wie bei einem generalistischen BÖK-Studium. Der Unterschied liegt im Fokus: Statt allgemeiner Vertiefungen konzentriert sich DSC auf die Prozesse, mit denen Unternehmen Wert schaffen — Beschaffung, Produktion, Logistik, Distribution und deren Digitalisierung.

Konkret heisst das: Du lernst dieselben betriebswirtschaftlichen Grundlagen wie in jedem BÖK-Studium (Rechnungswesen, VWL, Recht, Marketing). Zusätzlich gehst du tief in strategischen Einkauf, Produktionsplanung, Lagerlogistik, ERP-Systeme (SAP), Datenanalyse, Prozessoptimierung und Nachhaltigkeitsmanagement in Lieferketten. Das Studium ist als einziger deutschsprachiger Bachelor vom Chartered Institute of Procurement & Supply (CIPS) akkreditiert — eine Zertifizierung, die in der internationalen Supply-Chain-Branche als Referenz gilt. Integriert sind ausserdem ein Lean Six Sigma Green Belt und Unternehmensprojekte sowie Unternehmensbesuche bei Partnern wie Hilti, Migros und Digitec Galaxus, Georg Fischer und vielen weiteren.

Das Studium ist berufsbegleitend angelegt: 4 Jahre (8 Semester), Unterricht am Montag und Dienstag, studierbar in Chur oder beim Zürich HB bei einem Arbeitspensum von 40–60%. Die Semestergebühren betragen CHF 960.

Absolvierende von DSC verdienen beim Studienabschluss durchschnittlich CHF 96'590 (Absolvent:innenbefragung FH Graubünden). 100% tragen Projektverantwortung, 50% haben beim Abschluss bereits Personalverantwortung. Typische Berufsfelder sind Supply Chain Management, strategischer Einkauf, Operations, Projektleitung Digitalisierung und Prozessmanagement.

DSC eignet sich, wenn du verstehen willst, wie Unternehmen operativ funktionieren — und Abläufe verbessern, digitalisieren und führen willst, mit denen Unternehmen Umsatz, Gewinn und Kundenzufriedenheit erreichen. Es eignet sich weniger, wenn du primär im Marketing, in der Kundenberatung oder im Finanzbereich arbeiten möchtest. Laut dem World Economic Forum (WEF, Future of Jobs Report 2025) gehören Supply-Chain- und Logistik-Fachkräfte zu den am stärksten nachgefragten Berufsgruppen bis 2030.

Viele KV-Absolvent:innen kennen «Supply Chain Management» noch nicht als Berufsfeld. Der Artikel «Was ist Supply Chain Management?» erklärt den Bereich verständlich.

Eignet sich Wirtschaftsingenieurwesen (WING) für KV-Absolvent:innen?

Wirtschaftsingenieurwesen kombiniert Ingenieurwissenschaften mit Betriebswirtschaft. Im Unterschied zu BÖK lernst du echte technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen: Physik, Mechanik, Elektrotechnik, Werkstofftechnik, technisches Zeichnen. Dazu kommen BWL-Module, Projektmanagement und Prozessoptimierung. WING wird u. a. an der ZHAW (Winterthur), FHNW (Brugg-Windisch), HSLU (Horw) und OST (Rapperswil) angeboten.

Für KV-Absolvent:innen mit BM Wirtschaft ist WING grundsätzlich zugänglich, aber der technisch-naturwissenschaftliche Anteil ist hoch. In der KV-Lehre und der BM Wirtschaft kommen Physik und höhere Mathematik kaum vor — du startest mit einem messbaren Rückstand gegenüber Kommiliton:innen mit BM TALS und einer technischen Lehre. Mehrere Hochschulen bieten Vorkurse in Mathematik und Physik an, und die Erfahrung zeigt, dass KV-Absolvent:innen diese auch nutzen sollten. Das ist kein Ausschlusskriterium, bedeutet aber 100–200 Stunden zusätzlichen Aufwand vor Studienbeginn.

WING eignet sich, wenn du dich für Technik begeisterst und Ingenieur:in werden willst, die auch Business versteht — etwa in der Produktentwicklung, im technischen Projektmanagement oder in der Fertigungsplanung. WING eignet sich weniger, wenn du primär in Management, Einkauf oder Prozesssteuerung arbeiten willst, ohne selbst technisch zu konstruieren. In diesem Fall bietet ein spezialisiertes BÖK-Studium wie DSC mehr fachliche Tiefe bei geringerer technischer Einstiegshürde.

Was ist der Unterschied zwischen Wirtschaftsinformatik und anderen Wirtschaftsstudiengängen?

Wirtschaftsinformatik verbindet Informatik mit Betriebswirtschaft. Du lernst programmieren, Datenbanken modellieren und betreiben, IT-Systeme evaluieren und implementieren, und IT-Projekte führen — immer im Kontext betriebswirtschaftlicher Anforderungen. Angeboten u. a. an ZHAW, FHNW, HSLU, BFH und OST.

Im Unterschied zu reiner Informatik steht nicht das Programmieren im Zentrum, sondern die Frage: Wie setzen Unternehmen IT-Systeme ein, um ihre Geschäftsprozesse zu unterstützen? Wirtschaftsinformatiker:innen arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fachabteilungen und IT — eine Position, die in der Praxis in vielen Unternehmen unterbesetzt ist.

Für KV-Absolvent:innen ist Wirtschaftsinformatik eine gute Wahl, wenn du gerne mit Systemen und Daten arbeitest und die digitale Infrastruktur von Unternehmen mitgestalten willst. Der Unterschied zu DSC: In der Wirtschaftsinformatik baust du Software-Lösungen mit auf und verantwortest IT-Architektur. Bei DSC wendest du digitale Werkzeuge (ERP, Analytics, Automatisierung) an und optimierst damit Geschäftsprozesse und Leistungen. Die Kernfrage: Willst du die Systeme bauen — oder die Systeme nutzen, um Prozesse besser und Unternehmen erfolgreicher zu machen?

Welcher Bachelor passt zu welchem Profil?

Statt einer Empfehlung, die für alle gilt, hier die Fragen, die bei der Entscheidung wirklich helfen:

«Wo will ich in 5 Jahren arbeiten?»
Einkauf, Logistik, Produktion, Operations → DSC.
Marketing, Sales, Kommunikation → BÖK Marketing.
Finanzbranche → BÖK Banking & Finance.
IT-Projekte leiten, IT-Systeme verantworten → Wirtschaftsinformatik.
Ingenieur:in mit Businessverständnis → WING.
Gründen → BÖK Entrepreneurship.
HR und Personaladministration → BÖK HR Management.
Noch unsicher → BÖK General Management, aber investiere die ersten zwei Semester bewusst in die Frage, was dich begeistert.

«Wie technisch will ich werden?» WING ist mit Abstand am technischsten (Physik, Mechanik, Werkstofftechnik). Wirtschaftsinformatik ist IT-technisch (Programmieren, Datenbanken, Systemarchitektur). DSC nutzt Technologie als Werkzeug zur Prozessverbesserung, ohne sie selbst zu entwickeln. BÖK hat den geringsten Technikanteil. Ehrlicher Selbsttest: Wenn du Physik und Mathematik in der BM eher durchgestanden als genossen hast, ist WING wahrscheinlich nicht der richtige Weg.

«Wie wichtig ist mir ein klares Profil am Arbeitsmarkt?» Spezialisierte Studienrichtungen oder Vertiefungen (DSC, Banking & Finance, Wirtschaftsinformatik) geben dir ein Profil, das dich sofort von anderen Bewerbenden unterscheidet - eine Studienrichtung positioniert dich stärker als es eine Vertiefung macht. General Management hält alle Türen offen — aber keine besonders weit. In einem Arbeitsmarkt, der laut dem Stellenmarkt-Monitor Schweiz der Universität Zürich zunehmend spezialisierte Profile nachfragt, kann «ich kann von allem etwas» ein Nachteil sein.

«Kann ich berufsbegleitend studieren?» Die meisten BÖK-Programme und DSC bieten echte Teilzeitmodelle bei 40–60% Arbeitspensum. Bei WING und Wirtschaftsinformatik variiert das Angebot je nach Hochschule — nicht alle bieten berufsbegleitende Varianten an. Prüfe das vor der Anmeldung, denn wenn du auf ein Einkommen angewiesen bist, schränkt das deine Optionen ein.

«Was kann ich mir leisten?» Öffentliche Fachhochschulen (ZHAW, FHNW, HSLU, OST, BFH, FHGR) kosten CHF 720–1'000 pro Semester. Über 4 Jahre berufsbegleitend zahlst du an einer öffentlichen FH total CHF 5'760–8'000 an Studiengebühren plus Lehrmittel. Die HWZ in Zürich als private FH verlangt CHF 4'750 pro Semester, kommuniziert dafür, dass ein Arbeitspensum von 80–100% möglich ist - ob das für alle Student:innen wirklich möglich ist, solltest du vor der Anmeldung kritisch prüfen und hinterfragen.

«Was begeistert mich?» Vier Jahre berufsbegleitend studieren — neben 40–60% Arbeit — erfordert echte Motivation. An den Abenden, an denen du nach einem langen Arbeitstag noch Stoff aufbereiten musst, macht es einen Unterschied, ob dich das Thema interessiert oder ob du einfach «irgendeinen Bachelor» machst. Wähle das Fach, das dich inhaltlich packt — nicht nur das, das am sichersten klingt.

Fazit: Wie entscheide ich mich für den richtigen Bachelor nach dem KV?

Mit einer KV-Lehre und Berufsmatura hast du Zugang zu allen vier grossen Bachelor-Richtungen an Schweizer Fachhochschulen. Es gibt keinen «besten» Studiengang — nur den, der am besten zu deinen Interessen, Karrierezielen und deiner Lebenssituation passt.

Nimm dir die Zeit, Infoanlässe verschiedener Hochschulen zu besuchen, mit Studierenden und Absolvierenden zu sprechen und ehrlich zu reflektieren, was dich antreibt. Ein paar Stunden Recherche jetzt sparen dir vier Jahre im falschen Studiengang.

Und als Geheimtipp: wähle 2-3 Studienangebote aus, die sich für dich interessant scheinen und investiere je einen halben oder ganzen Tag um bei diesen reinzuschnuppern. Du wirst überrascht sein, wie gross die Unterschiede sein können, selbst wenn der Abschluss der selbe ist und die Broschüren sehr ähnlich erscheinen.


Häufige Fragen

Kann ich mit einer Berufsmatura jeden FH-Studiengang studieren?

Ja. Die Berufsmatura (alle Typen: Wirtschaft, Technik, Gestaltung, Gesundheit und Soziales, Natur) berechtigt zur prüfungsfreien Zulassung an allen Schweizer Fachhochschulen. Zusätzlich verlangt das Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG) mindestens 1 Jahr einschlägige Berufserfahrung. Wenn du eine KV-Lehre abgeschlossen hast, ist diese Anforderung bereits erfüllt — deine Lehrzeit zählt als Berufserfahrung. Bei technisch orientierten Studiengängen wie WING empfehlen viele Hochschulen Vorkurse in Mathematik und Physik.

Was ist der Unterschied zwischen Betriebsökonomie und Digital Supply Chain Management?

Beide schliessen mit einem BSc in Betriebsökonomie ab — es ist formal derselbe Abschluss. Generalistisches BÖK vermittelt breites betriebswirtschaftliches Wissen mit wählbaren Vertiefungen wie Marketing, Finance oder International Management. Digital Supply Chain Management an der FH Graubünden fokussiert auf Beschaffung, Produktion, Logistik und Digitalisierung — die operativen Kernprozesse, mit denen Unternehmen Wert schaffen. Du bekommst dasselbe BWL-Fundament plus eine spezialisierte und am Arbeitsmarkt gefragte Vertiefung.

Lohnt sich ein Bachelor nach dem KV finanziell?

Ja. Laut dem Lohnratgeber 2023 des Kaufmännischen Verbands Schweiz liegt der Medianlohn von 30- bis 34-Jährigen mit Bachelorabschluss rund CHF 25'000 pro Jahr höher als bei Personen mit EFZ ohne Weiterbildung — und der Unterschied wächst mit zunehmender Berufserfahrung. Absolvierende des Studiums Digital Supply Chain Management an der FH Graubünden verdienen beim Abschluss durchschnittlich CHF 96'590 bei gleichzeitig hoher Projekt- und Führungsverantwortung (Absolvent:innenbefragung FH Graubünden 2025) und liegen damit wesentlich über dem Durschnitt anderer BÖK Bachelor.

Wie lange dauert ein berufsbegleitendes Bachelorstudium?

Berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge an Fachhochschulen dauern 4 Jahre (8 Semester). Du kannst parallel mit einem Pensum von 40–60% arbeiten. Die Studientage variieren je nach Hochschule — bei DSC an der FH Graubünden sind es Montag und Dienstag, andere FHs haben abweichende Modelle.

Ist ein HF-Abschluss mit «Professional Bachelor» dasselbe wie ein FH-Bachelor?

Nein. Beide liegen auf NQR-Stufe 6 und sind in diesem Sinne «technisch» gleichwertig — aber nicht gleichartig. Der FH-Bachelor ist ein akademischer Grad im Bologna-System mit 180 ECTS-Credits und direktem Zugang zu Masterstudiengängen in 48 Ländern. Das HF-Diplom mit dem Zusatztitel «Professional Bachelor» (beschlossen am 19. Dezember 2025) ist ein schweizerischer Berufsbildungsabschluss ohne ECTS, der den Zugang zu einem verkürzten Bachelorstudium an einer FH erlauben kann (zusätzlich 2-3 Jahre in Teilzeit).


Weiterlesen:


Prof. Dominic Käslin ist Studienleiter der Bachelorstudienrichtung Digital Supply Chain Management an der FH Graubünden. Er schreibt hier über Supply Chain Management, Karrierewege und die Zukunft der Wirtschaft. (Stand: Mai 2026)


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