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Mein Aus­tausch­se­mes­ter in Ko­pen­ha­gen

Hej allesamen!

Kardamom Buns, Vintage Shopping und Fahrrad fahren. Kopenhagen ist vor allem für diese drei Dinge bekannt.


An meinem ersten Tag in der Hauptstadt kümmerte ich mich um den wichtigsten Punkt: ein Fahrrad. Ich holte mein gemietetes Fahrrad ab und war bereit, mich auf die Fahrradspur zu trauen. Diese war aber so überfüllt, dass es schwierig war, sich überhaupt in den Radverkehr einzufädeln. Ich war jedoch zuversichtlich, dass ich es meistern würde. Tja.. nach 300m auf der Fahrradspur fiel ich um. Wahrscheinlich lag es an meinen fehlenden Kenntnissen zu den Verkehrsregeln in Kopenhagen. Wie sollte ich auch wissen, dass diese anders sind als in der Schweiz? Seitdem habe ich mich mit den Verkehrsregeln auseinandergesetzt und fahre nun sturzfrei und fast wie eine Einheimische durch Kopenhagen. 🙂

Neben dem Fahrradfahren habe ich auch die dänische Sprache unterschätzt. Dänisch klingt geschrieben völlig anders als gesprochen. In der Metro versteht man kaum, welche Haltestelle angekündigt wird, da die Aussprache oft nichts mit der Schreibweise gemeinsam hat. Möchte man Dänisch lernen, muss man sich offenbar eine einfache Regel merken: Die Hälfte des Wortes wird nicht ausgesprochen. Fragt man zum Beispiel nach dem Weg zum alten Hafen Nyhavn, sprechen die Einheimischen lediglich von „[Nyha]“. Auch der Name meiner Nachbarschaft Amager wird auf „[Ama]“ verkürzt.


Obwohl man sich an die Sprache gewöhnen muss, ist Amager eine schöne Nachbarschaft im Süden der Stadt neben den Badestellen der Innenstadt. Im Sommer sitzen alle am Kanal mit den Füssen im Wasser und trinken ein Glas Wein oder essen Eis.

Was mich besonders an der Stadt fasziniert, ist die Nähe zur Natur. Es gibt eine Richtlinie, die besagt, dass jeder Einwohner von Kopenhagen in maximal 15 Gehminuten eine Grünfläche erreichen können muss. Wohin man blickt, sieht man überall Parks, kleine Gärten und Wasser. Vielleicht sind die Dänen aus diesem Grund so gemütlich und gut gelaunt. In meinen vier Monaten hier habe ich noch nie jemanden gesehen, der sich darüber aufgeregt hat, irgendwo anstehen zu müssen. Um fünf Uhr nachmittags ist niemand mehr an der Uni oder im Büro. Alle sind in der Stadt unterwegs und geniessen den Abend. Mitte November setzt die Dämmerung bereits um halb vier ein. Für viele Leute ist dies ein Grund zur Trauer, meiner Meinung nach ist der Herbst jedoch die beste Jahreszeit in Kopenhagen, weil sich die Blätter verfärben und alle Cafés in der Stadt zu einem gemütlichen Zufluchtsort vor dem unberechenbaren Wetter werden.

Während meinem Semester hier habe ich Leute aus vielen verschiedenen Hintergründen kennengelernt. Im internationalen Studiengang an meiner Uni (KEA) gibt es sehr viele Deutsche und Holländer sowie aber auch Leute aus Spanien, Frankreich, Australien, Portugal etc. Im Uni Alltag wird Selbständigkeit erwartet. Man arbeitet mit seiner Gruppe an Projektarbeiten, kann aber flexibel wählen, wo man arbeiten möchte. Dies bietet natürlich die Möglichkeit neue Cafés zu erkunden;). Alle Austauschstudenten, die ich kenne, sind sehr offen und freundlich. Am Wochenende sind sie immer bereit, eine kleine Reise zu unternehmen, zusammen zu kochen oder feiern zu gehen.

Insgesamt hat mir mein Austauschsemester in Kopenhagen sehr gut gefallen, und ich würde jederzeit wieder zurückkehren. Die Mischung aus einem Flair für Design und einer hochgradigen Digitalisierung macht die Stadt einzigartig und lebenswert. Wenn ich mit meinem Fahrrad unterwegs bin, baden gehe oder Kardamom Buns geniesse, wird mir wieder klar weshalb Kopenhagen zur glücklichsten Stadt ernannt wurde.

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