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Digital Disruption Potential – Fokus auf die Praxis

Wann werden bestehende Geschäftsmodelle durch digitale Innovationen abgelöst und wie können Unternehmen dagegenwirken?

Auf dieser spannenden Fragestellung basiert das Wahlpflichtmodul Digital Disruption Potential der Studienrichtung Digital Business Management . Dabei wird zu Beginn des Moduls die Theorie gefestigt und anschliessend in der Praxis angewandt. Während im letzten Jahr die Bankenbranche näher betrachtet wurde, lag der Fokus dieses Jahr auf Industrieunternehmen. Um Insights aus dem Alltag zu gewinnen, besuchten wir die Hilti AG, die Hamilton (Bonaduz) AG und die Contena-Ochsner AG. Wir erhielten spannende Führungen durch die Produktionen und löcherten die zuständigen Personen im Anschluss mit Fragen. Die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse sind der Grundstein für die Beratungspräsentationen zum Thema digitale Disruption, welche wir am Semesterende halten werden.

 

Sinn und Zweck des Moduls Digital Disruption Potential

Die Studierenden sollen durch Unternehmensbesuche die Prozesse der Unternehmen kennenlernen, die Ist-Situation evaluieren und aufgrund von weiterführenden Analysen eine Handlungsempfehlung ableiten.Kurz gesagt bedeutet dies, sich frühzeitig in die Beraterrolle zu versezten, eine potenzielle Zukunftsperspektive nach dem Studium und anhand von einem konkrten Beispiel zeigen, wie man Gelerntes in der Praxis umsetzen würde. Wie es der Name des Moduls bereits verrät, geht es in diesem Fall um eine Unternehmensberatung hinsichtlich Disruptionsgefahren, Disruptionspotenzial und Innovationsmöglichkeiten im Allgemeinen. Gerade bei traditionsreichen, sich seit Jahren bewährten Unternehmen, die sich als Vorzeigeunternehmen in der Industrie positionieren, nicht das leichteste Unterfangen für die jungen Studierenden. Challenge accepted!

 

Erster Halbtag in der Hilti AG, Schaan

Am Montag, dem 14. Oktober 2019 versammelten wir uns vor dem Haupteingang des Hilti Headquarters in Schaan. Während des Rundgangs erhielten wir Einblicke in die neuesten Produktinnovationen, den Testarealen, den Produktionsstätten und Fertigungsanlagen. Begleitet wurde die Klasse von Kilian Senn (studiert DBM im 3. Semester) und Remo Kluser (Head of Vocational Training), welche stets hilfreiche Inputs zu den Produktionsabläufen, den Firmenhintergründen oder gestellten Fragen geben konnten. Nicht nur in Sachen Qualität versucht sich Hilti klar von der Konkurrenz zu differenzieren, Produktinnovation und Kundenzufriedenheit stehen an höchster Stelle. Aber auch in Sachen predictive Maintenance und IoT hinken die Liechtensteiner nicht hinterher. Durch die mit RFID Chips ausgestatteten Materialien können Werkzeuge getrackt, gefunden und vor allem rechtzeitig in Reparatur gebracht werden, um grössere Ausfälle zu verhindern. Vielseitige Prozessoptimierungen wurden den Studierenden zudem vom Head of Manufacturing and Digitalization, Herrn Johann Stadler, nähergebracht. Etwa das Projekt der Automated Guided Vehicles, selbstfahrende Gabelstapler, welche autonom Materialien abholen und wieder wegführen.

 

Zweiter Halbtag in der Hamilton (Bonaduz) AG, Domat/Ems und Bonaduz

Am Dienstag ging es mit dem nächsten Unternehmensbesuch weiter. Wir trafen uns in der Früh vor dem neuen Hamilton Gebäude in Domat/Ems, wo uns Achim Ott, Vice President Robotics, empfing. Beim Eintreten in das Sitzungszimmer fiel uns sofort das grosse High-Tech-Instrument “Vantage” der Hamilton auf und die Neugierde stieg. Als Einführung erhielten wir anlässlich einer Unternehmenspräsentation einige Einblicke in die wichtigsten Zahlen und Fakten des Unternehmens und eine ausführliche Beschreibung der Hamilton-Produktpalette. Im Anschluss lüftete Patrick Pfenninger (Senior Product Manager Platform) das grosse “Vantage-Geheimnis” und präsentierte uns das Instrument live. Die Studierenden waren von der Automation, welche Hamilton einsetzt, begeistert. Besonders in der Produktion war die Freude gross, denn der Grossteil der Arbeit verläuft ohne menschliche Eingriffe: Für die Qualitätskontrolle der Teile sorgen Kameras und Lagerteile fahren unter der Decke automatisch hin- und her. Hamilton setzt mit dem System von Servus Intralogistics auf Vollautomation in der Logistik. Nach der ersten Führung fuhren wir weiter zum Hamilton Standort in Bonaduz, wo wir von Armin Gartmann empfangen und durch die zweite Produktion geführt wurden. Der informative Vormittag ging mit einer spannenden Fragerunde zu Ende.

 

Dritter Halbtag in der Contena-Ochsner AG, Urdorf

Während der Mittagspause am Dienstag fuhren wir mit dem Zug direkt weiter nach Urdorf, um uns die Contena-Ochsner AG genauer anzuschauen. Am Empfang wurden wir vom Geschäftsführer Renato Heiniger abgeholt und zur Werkstatt geführt. Er erklärte uns die Produktpalette des Unternehmens und zeigte uns in der Garage die ersten top-modernen Entsorgungs-LKWs. Während der Führung hatten wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen und uns ein Bild über die Arbeit der Mitarbeitenden zu machen. Nach der Führung präsentierte uns Renato Heiniger die Geschichte der Contena-Ochsner und ging auf diverse Projektvorhaben in Bezug auf die Digitalisierung ein. IoT spielt dabei eine wesentliche Rolle und bietet Chancen für das Unternehmen, sich weiterhin von der Konkurrenz abheben zu können oder besser gesagt, nicht disruptiert zu werden. Während und nach der Präsentation diskutierten wir in entspannter Atmosphäre über die aktuelle Lage der Contena-Ochsner, über das interne Mindset und über die verschiedenen Möglichkeiten, welche die Digitalisierung dem Geschäftsmodell bietet. Nach dem spannenden und offenen Austausch mit dem Geschäftsführer verabschiedete er sich und es war Zeit für eine Reflektion innerhalb der Klasse.

 

Reflektion und Workshops vor Ort

Am Ende jedes Unternehmensbesuches fand eine intensive Fragerunde zum Digitalisierungsstand der besuchten Unternehmen statt. Sobald alle Fragen beantwortet wurden, begann der anschliessende Workshop mit dem Dozenten Sebastian Drews. Nun waren die Studierenden gefragt, die Eindrücke des Tages zu reflektieren, erste Feststellungen und Pain Points zu filtern und eine mögliche Richtung des Beratermandates  zu konkretisieren. Dies allerdings ausnahmsweise nicht digital, sondern nach klassischem Design Thinking Ansatz auf Post-its und Flipcharts.

 

Empfehlenswertes Wahlpflichmodul

In einigen Wochen werden die Beratungspräsentationen von den drei Gruppen für die jeweiligen Unternehmen gehalten. Wir sind  gespannt auf die Ideen unserer Kommilitonen/ -innen.

Unser Fazit zum Modul Digital Disruption Potential: Es lohnt sich! In wohl kaum einem anderen Modul haben Studierende die Möglichkeit, so tiefe Einblicke in die internen Betriebsprozesse renommierter Unternehmen zu erhalten. Besonders spannend waren die Fragerunden, durch die wir wertvolle Inputs erhielten. Ein weiterer Pluspunkt ist,  dass der Spass bei der Erarbeitung der Beratungspräsentation ebenfalls nicht zu kurz kommt.

 

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