Inhaltsverzeichnis
«Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.» Dieses Zitat wird dem italienischen Dichter und Philosoph Dante Alighieri zugeschrieben und beschreibt die Haltung, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft nicht dem Zufall zu überlassen. Eine Haltung, die ich während meiner zwölf Jahre im Hochschulrat der Fachhochschule Graubünden immer wieder erlebt habe.
Eine Hochschule mit Gestaltungswillen
Als ich mein Amt antrat, war vieles in Bewegung. Die damalige HTW Chur verfügte bereits über innovative Studiengänge, eine starke regionale Verankerung und natürlich engagierte Mitarbeitende. Gleichzeitig war spürbar: Diese Hochschule wollte mehr. Sie wollte Studierenden attraktive Perspektiven bieten, die Forschung stärken und damit einen Beitrag zu einer innovativen Wirtschaft, einer zukunftsorientierten Gesellschaft und einem starken Kanton Graubünden leisten. Wer die vergangenen Jahre Revue passieren lässt, erkennt rasch: Die FH Graubünden hat nie darauf gewartet, dass sich die Zeit wandelt, sie hat angepackt und gehandelt.
Der Weg in die Selbstständigkeit
September 2019 war dafür ein besonders eindrückliches Beispiel. Kurz vor Studienbeginn wurde aus der HTW Chur die FH Graubünden. Die neue Bezeichnung war Ausdruck eines gewachsenen Selbstverständnisses und zugleich sichtbares Zeichen für einen viel grösseren Schritt: den Weg in die Selbstständigkeit. Anfang 2020 wurde die FH Graubünden die achte öffentlich-rechtliche Fachhochschule der Schweiz. Gerade im Sinne des eingangs erwähnten Zitats war dieser Schritt von grosser Bedeutung. Denn die Selbstständigkeit gab der Hochschule – gemeinsam mit der Regierung des Kantons Graubünden – die Möglichkeit, ihre Zukunft eigenständig zu gestalten, eigene Schwerpunkte zu setzen und Verantwortung aus eigener Kraft wahrzunehmen.
Ein starkes Ja zur Zukunft
Prägend für die Entwicklung der FH Graubünden war während meiner Amtszeit auch die klare Zustimmung zum Fachhochschulzentrum Graubünden des Bündner Stimmvolks am 12. März 2023. Dieser Entscheid war ein starkes Signal für die Zukunft unseres Kantons und schuf die Grundlage dafür, dass die Hochschule ihren Gestaltungswillen noch konkreter umsetzen kann. Denn das Fachhochschulzentrum ist nicht nur ein beeindruckendes Bauprojekt, sondern gleichzeitig ein Bekenntnis zu Bildung, Innovation und Forschung in Graubünden. Es schafft Voraussetzungen, damit sich die Hochschule als Ort des Austauschs, der interdisziplinären Zusammenarbeit und der Innovation weiterentwickeln kann.
Ein Zukunftsprojekt wird Realität
Mit dem Spatenstich im November 2024 wurde dieses Zukunftsprojekt Realität. Der Bauprozess ist in vollem Gang, und die Fortschritte sind inzwischen deutlich erkennbar – ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Hochschule ihre Zukunft weiterhin aktiv gestaltet.
Mit Vertrauen in die nächste Etappe
Wenn ich heute auf meine Zeit im Hochschulrat zurückblicke, dann erfüllt mich vor allem eines: grosser Respekt vor allen Menschen, die diese Entwicklungen möglich gemacht haben. Die vergangenen zwölf Jahre waren geprägt von Mut, Engagement und Gestaltungswillen. Die FH Graubünden hat nie darauf gewartet, dass sich die Zeit wandelt; sie hat gehandelt.
Ende Juni geht meine Zeit im Hochschulrat aufgrund der Amtszeitbeschränkung zu Ende, und ich übergebe das Präsidium mit grossem Vertrauen, dass die FH Graubünden ihren Weg weiterhin erfolgreich gehen wird – mit dem Fachhochschulzentrum als Symbol dafür, dass sie bereit ist, die Zukunft entschlossen zu gestalten.
Weitere Blogs der FH Graubünden gibt es hier zu lesen.
Brigitta M. Gadient ist seit 2014 im Hochschulrat und präsidiert das strategische Gremium der Fachhochschule Graubünden seit 2017. Alle vier Wochen diskutiert die Fachhochschule im Kanton Graubünden an dieser Stelle aktuelle Themen aus Studium und Forschung.