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Know-how: Check. Auftrag: unklar. Mut: XXL. Er­fah­rung: ein­ma­lig.

Multimedia-Production-Studierende sind ein Wagnis eingegangen. Der Auftrag lautete, das House of Pioneers während der WEF-Zeit multimedial zu begleiten. Aber nicht im mondänen, internationalen WEF-Trubel «unten» in Davos – sondern unter einfachen Verhältnissen und mit beschränkten Möglichkeiten «oben auf Pischa» - im rustikalen Berghaus Pischa. Die MMP-Crew kannte nur die Eckpunkte des Auftrags, nicht aber das Programm oder wichtige Rahmenbedingungen. Also begann alles so, wie man ein Projekt nach Lehrbuch nicht aufsetzen sollte. Denn grösser war die Lust, an dieser besonderen Geschichte mitzuschreiben. Challenge accepted.

Multimedia-Production-Studierende der FH Graubünden haben während der «WEF-Woche» 2026 bewiesen, wie Professionalität auch unter vielen Unbekannten und mit mehreren Risiken angeboten werden kann: Mit den richtigen Menschen im Team. Mit Studierenden, die sich nicht zu schade sind, nach intensiven Einsätzen bis spät in die Nacht im Lagerraum zu übernachten. Mit Studierenden, die Szenarien planen und diese dann auch gehen. Diese «Extrameile ins Unbekannte» gingen die Studierenden fürs «Basecamp» des House of Pioneers auf 2'400 Metern Höhe. Für die Studierenden war von Anfang an klar: Diese Gelegenheit kommt nicht zweimal.

Dieses reduzierte Basecamp-Format lädt Gäste und Teilnehmende ein, sich auf Gespräche und Begegnungen zu konzentrieren und aufeinander zuzugehen, ohne sich von den vielen Reizen während der «WEF-Zeit» ablenken zu lassen. Eine «eingeschneite», besondere Gemeinschaft, hoch oben in den Bergen. Diese Reduktion ermöglicht Besonderes: Tiefgang sowie nachhaltige Erlebnisse und Erkenntnisse zu Zukunftsfragen.

Warum Einfachheit nicht einfach ist

Trotz des einfach gehaltenen «Berghütten-Settings» waren die multimedialen Herausforderungen dennoch hoch. Die kurzfristige Anfrage forderte ein Maximum an Flexibilität und Organisationstalent. Mit einem pragmatisch-professionellen Ansatz gelang es den Studierenden, die technischen und multimedialen Anforderungen unter anspruchsvollen Bedingungen umzusetzen.

Viel Material und viele offene Fragen

Eine Woche Eventproduktion in den Bündner Bergen – mitten im Trubel des World Economic Forum – in kürzester Zeit wurden Schaltpläne gezeichnet, Materiallisten über mehrere Seiten hinweg erstellt und Koffer für eine intensive Woche im Schnee gepackt.

Was die Studierenden auf Pischa konkret erwartete, blieb lange ungewiss. Nicht, weil man nicht wusste, welches Material in den vier voll beladenen Fahrzeugen verstaut war oder welche technischen Möglichkeiten zur Verfügung standen. Vielmehr war auf Kundenseite bis kurz vor und teilweise sogar während der Woche noch vieles offen: Programmabläufe, Zeitpläne, organisatorische Details. Genau darin lag eine der grössten Herausforderungen und zugleich die grosse Lernchance.

Mit einem flexiblen Mindset wurde das gesamte Material schliesslich in die «historische» Gondel der Pischa-Bahn verladen. Spätestens in diesem Moment war klar: Jetzt geht’s los.

Konzentriertes Arbeiten “hinter den Vorhängen”: Lukas Hohmeister, Andrin Egger und Carina Bihlmayer an der Regie

Viel thematisches Neuland: Podiumsdiskussion zum Thema «Space»

Verschiedenste Rollen bei der multimedialen Event-Begleitung: Vanessa Andermatt an der Kamera

Ein eingespieltes Team pflegt trotz unerwarteter Mehrarbeit und vielen Überraschungen einen guten Teamspirit: Carina Bihlmayer am Bildschnitt

Vertraute Handgriffe aus dem Unterricht: Moderne MMP-Infrastruktur im rustikalen Setting im Berghaus Pischa

Mitten im Geschehen

Die Woche «am Berg» entwickelte schnell eine eigene Dynamik. Die Studierenden waren verantwortlich für die technische Umsetzung und Aufzeichnung sämtlicher Sessions mit Innovator:innen und kreativen Köpfen aus der ganzen Welt.

Kein Tag glich dem anderen. Präsentationen wechselten sich mit Podiumsdiskussionen ab, Teezeremonien mit Fragerunden, Gespräche mit Astronautinnen und Astronauten mit Zoom-Calls zu Gästen am anderen Ende der Welt. Dazu kamen Tanzeinlagen, spontane Programmanpassungen und damit laufend neue Anforderungen an Technik, Koordination und Kommunikation - und zahlreiche Überstunden.

Gearbeitet wurde dort, wo sonst Winterwanderer und Skitourengänger unterwegs sind. Mit eingeschränkter Infrastruktur, wechselnden Bedingungen und engem Zeitplan. Lösungen mussten oft schnell gefunden und Entscheidungen direkt vor Ort getroffen werden. Theorie aus dem Studium wurde hier zur gelebten Praxis.

Kaum Zeit für Bergromantik: Aufnahmen auf Pischa mit Blick auf das Bündner Bergpanorama
Begegnungen, die bleiben

Inhaltlich bot das Projekt aussergewöhnliche Einblicke. Die Studierenden arbeiteten mit Gästen aus den Bereichen Space, Artificial Intelligence, Quantum Technologies, Medizin, Wireless Energy, Manufacturing und Renewable Energies zusammen.

Die Vielfalt der Themen und Perspektiven machte deutlich, wie interdisziplinär moderne Innovations- und Kommunikationsformate heute gedacht werden müssen – und wie wichtig eine funktionierende technische Umsetzung als Grundlage für Austausch und Dialog ist.

Gemeinsam lernen – gerne wieder

Seitens der Auftraggeberin war die Zusammenarbeit mit den FHGR-Studierenden der richtige Entscheid. Statt Spezialisten und Spezialistinnen sowie Logistik aus aller Welt nach Davos einzufliegen, setzte man auf Nachhaltigkeit und lokale Möglichkeiten – ohne auf Professionalität bei der Projektdurchführung und den Lieferobjekten zu verzichten.

Auftraggeber Himesh Patel, CEO von AEIR sowie von Sync Neural Genesis AG und Auftraggeber seitens House of Pioneers schaut gerne auf die Partnerschaft aus Graubünden für dieses internationale Format zurück: «Die Studierenden haben uns nicht nur multimedial begleitet, sondern auch vorausschauend beraten und von sich aus Lösungen für kurzfristig entstandene Herausforderungen aufgezeigt. Die Zusammenarbeit war unkompliziert, fachlich überzeugend und ausgesprochen serviceorientiert. Wir würden uns freuen, in einem späteren Setting erneut mit diesen Profis zusammenarbeiten zu dürfen.»

Die Studierenden haben uns nicht nur multimedial begleitet, sondern auch vorausschauend beraten und von sich aus Lösungen für kurzfristig entstandene Herausforderungen aufgezeigt. Die Zusammenarbeit war unkompliziert, fachlich überzeugend und ausgesprochen serviceorientiert. Wir würden uns freuen, in einem späteren Setting erneut mit diesen Profis zusammenarbeiten zu dürfen.

Himesh Patel, CEO von AEIR sowie Sync Neural Genesis AG

Kurze Verschnaufpause fürs Gruppenselfie: Die Macherinnen und Macher vor Ort bei eisigen Temperaturen auf Pischa.

Sich für nichts zu schade sein: Übernachten auf Dienstreise - auch ein Lagerraum hat seinen Charme, wenn man lange, … wenn man sehr lange danach sucht.

Denn: Wer wagt, gewinnt - auch mal eine exklusive Übernachtungslocation fürs Team.

Was Studierende aus dieser Woche mitnehmen

«Hatten wir zu viel Material dabei? Ganz klar: Ja. Hätten wir es anders geplant? Nur vielleicht. Denn genau diese umfassende Vorbereitung erwies sich letztlich als Stärke», darin sind sich die Studierenden einig. Sie machte es möglich, auf unerwartete Situationen zu reagieren und auch Wünsche umzusetzen, die im Vorfeld nicht definiert waren.

Gleichzeitig zeigte das Projekt aber auch die Grenzen der Flexibilität auf. Die Bereitschaft, Lösungen zu finden, führte stellenweise dazu, dass das Team stark eingespannt wurde und zusätzliche Aufgaben übernahm, die ursprünglich nicht vorgesehen waren.

Gerade darin liegt der besondere Wert solcher Praxisprojekte. Sie zeigen Studierenden, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Prioritäten zu setzen, mit der Kundin zu kommunizieren und zu verhandeln, und unter realen Bedingungen als Team zu funktionieren.

Für Dozierende und externe Projektpartner wiederum bietet dieses Projekt einen ehrlichen Einblick in die Arbeitsweise, Leistungsfähigkeit und Professionalität angehender Multimedia-Producer- und Producerinnen und in das Potenzial gemeinsamer Projekte zwischen Ausbildung und Praxis. Mission accomplished.

Das Aftermovie der Studierenden zeigt die Stimmung «am Berg» gut auf.

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