Ende Mai 2026 präsentierten Maja Riegler und Selina Steiner vom Studiengang MSc Data Visualization der FH Graubünden ihre Forschungsarbeit an der VisionPlus’26 in Wien, einer internationalen Fachkonferenz im Bereich Information Design, organisiert vom International Institute for Information Design (IIID). Die Konferenz stand unter dem Thema «Information design and civic administration: trust, tradition and toxicity» und bot Raum für den Austausch zwischen Personen aus unterschiedlichen Bereichen des Informationsdesigns.
Im Zentrum der Konferenz stand die Frage, welche Rolle Informationsdesign in der Kommunikation zwischen staatlichen Institutionen und der Öffentlichkeit spielt und wo es an seine Grenzen stösst. Der Beitrag der FH Graubünden griff diese Fragestellung anhand eines konkreten Projekts im Bereich öffentlicher Gesundheitsdaten auf.
Gesundheitsdaten sichtbar machen
Der Vortrag mit dem Titel «Designing a Cantonal Health Dashboard: From Fragmented Data to Shared Visual Understanding» präsentierte die Ergebnisse eines zweisemestrigen Forschungs- und Entwicklungsprojekts am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft SII, betreut von Helena Jambor. Das Projekt entstand ursprünglich im Rahmen des Consultancy-Projekts im zweiten und dritten Semester des Masterstudiums.
Ausgangspunkt war die Frage, wie Gesundheitsdaten im Kanton Graubünden gesammelt, ausgewertet und verständlich visualisiert werden können. Hintergrund sind aktuelle Herausforderungen wie der demografische Wandel, eine alternde Bevölkerung, sinkende Geburtenraten sowie Fragen zur Gesundheitsversorgung in einem weitläufigen Kanton. Graubünden ist der flächenmässig grösste Kanton der Schweiz und steht damit vor besonderen Herausforderungen in der regionalen Gesundheitsversorgung.
In einer Dreiergruppe arbeiteten Maja Riegler, Selina Steiner und Raphael Weiss an der Datenbeschaffung, der Auswertung der Rohdaten, der Prototypisierung von Visualisierungen und der Entwicklung eines interaktiven Dashboard-Prototyps. Die Datenbasis umfasste Bevölkerungsdaten des Bundesamts für Statistik sowie anonymisierte Spitaldaten des kantonalen Gesundheitsamts. In einem partizipativen Designprozess wurden verschiedene Stakeholder einbezogen, um sicherzustellen, dass das Dashboard an reale Fragestellungen und Bedürfnisse anschliesst.
Das entstandene Dashboard umfasst drei Bereiche: Bevölkerungsstruktur, Patientenströme und Patientenstruktur. Es visualisiert unter anderem demografische Entwicklungen, Patientenströme zwischen Regionen und Spitälern sowie saisonale Muster in der Spitalauslastung. Damit macht es Informationen sichtbar, die zuvor verteilt, schwer zugänglich und kaum vergleichbar waren. Ziel ist es, komplexe und bisher fragmentierte Gesundheitsdaten besser explorierbar zu machen und Stakeholder wie Gesundheitsbehörden, Spitäler, politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Medienschaffende bei datenbasierten Einschätzungen zu unterstützen.
Internationaler Austausch auf Augenhöhe
An der VisionPlus’26 gaben Maja Riegler und Selina Steiner in einem zehnminütigen Vortrag Einblick in den Designprozess, die Herausforderungen der Datenintegration und die entstandenen Visualisierungen. Die vorgestellten Projekte an der Konferenz reichten von Informationssystemen in der Verwaltung über Wahlkommunikation bis hin zu medizinischen Informationsmaterialien. Der Beitrag der FH Graubünden reihte sich damit in einen breiten internationalen Diskurs ein und zeigte, dass die Frage nach transparenter, verständlicher Datenkommunikation im öffentlichen Bereich weit über die Kantonsgrenzen hinaus relevant ist.
Neben der Präsentation bot die VisionPlus’26 Konferenz wertvolle Möglichkeiten für Austausch, neue Kontakte und spannende Gespräche mit internationalen Teilnehmenden. Für das Projekt zeigte sich dabei besonders deutlich, wie relevant Informationsdesign für öffentliche Daten, institutionelle Entscheidungsprozesse und eine verständliche Kommunikation komplexer Zusammenhänge sein kann.
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Studiengang MSc Data Visualization
Maja Riegler und Selina Steiner studieren im Master Data Visualization am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft SII der FH Graubünden und arbeiten am Institut für Data Analysis, Artificial Intelligence, Visualization and Simulation DAViS. Das Projekt entstand in einer Gruppenarbeit mit Maja Riegler, Selina Steiner und Raphael Weiss, unter der wissenschaftlichen Begleitung von Helena Jambor. Mehr zur VisionPlus-Konferenz: visionplus.iiid.net