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Schwei­zer En­er­gie­po­li­tik am Schei­de­weg – jetzt mit­dis­ku­tie­ren

Strom wird zum zentralen Treibmittel der nächsten Stufe der digitalen Revolution. Künstliche Intelligenz, datengetriebene Geschäftsmodelle und die zunehmende Elektrifizierung der Mobilität lassen den Energiebedarf steigen. Gleichzeitig muss die Schweiz weg von fossilen Energieträgern - langfristig aus klimapolitischen Gründen, kurzfristig aber auch vor dem Hintergrund geopolitischer Risiken und internationaler Spannungen.

Diese doppelte Herausforderung bringt die Schweizer Energiepolitik an einen entscheidenden Punkt. Wie kann eine sichere Stromversorgung gewährleistet werden, wenn gleichzeitig der Umbau des Energiesystems vorangetrieben wird? Welche Rolle spielen Wasserkraft, Solarenergie, Netze, Speicher und neue Technologien? Und wie lässt sich dieser Wandel wirtschaftlich tragfähig, politisch konsensfähig und gesellschaftlich akzeptiert gestalten?

Im Zentrum dieser Fragen steht auch die Strategie des Bundes. Energieminister Albert Rösti prägt die energiepolitische Ausrichtung der Schweiz in einer Phase, in der wichtige Weichen gestellt werden. Welche Prioritäten setzt der Bundesrat? Wie beurteilt er die Balance zwischen Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Akzeptanz? Und welche Rolle spielen dabei die Alpenkantone - insbesondere Graubünden als bedeutender Energieproduzent mit seiner Wasserkraft, seinen alpinen Solarpotenzialen und seiner besonderen Verantwortung für die Versorgungssicherheit?

Diskussion über Schweizer Energiepolitik

Antworten auf diese Fragen stehen im Mittelpunkt des 19. Forum Wirtschaftspolitik, das am 18. Mai 2026 an der Fachhochschule Graubünden in Chur stattfindet. Bundesrat Albert Rösti wird im Rahmen des öffentlichen Hauptvortrags ab 18.00 Uhr seine Sicht auf die aktuelle Energiepolitik darlegen und sich anschliessend der Diskussion mit dem Publikum stellen. Damit bietet sich die Gelegenheit, einen der zentralen Akteure der Schweizer Energiepolitik direkt zu hören und Fragen zu stellen.

Bereits am Nachmittag diskutieren im Expertenforum Fachleute aus Wissenschaft und Energiewirtschaft über die Ausgestaltung zukünftiger Energiesysteme. Prof. Dr. Russell McKenna vom Paul Scherrer Institut und der ETH Zürich spricht über Energiesysteme im Wandel und darüber, wie die Energiesysteme von morgen ausgestaltet werden können. Martin Koller von Axpo beleuchtet die Frage, wie eine sichere Stromversorgung bis 2050 gelingen kann und welche Energiestrategie dafür nötig ist.

Ein weiterer Schwerpunkt gilt dem Arbeitsmarkt. Dr. Adhurim Haxhimusa vom Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung der FH Graubünden präsentiert das Forschungsprojekt «Energy & Jobs» zu den Auswirkungen der Energiewende und der Digitalisierung der Energiesysteme auf den Arbeitsmarkt. Im Fokus steht die Frage, wie stark der Umbau der Energiesysteme Beschäftigung, Qualifikationsprofile und Fachkräftebedarf verändert. Ergänzt wird das Programm durch eine Paneldiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft.

Die Veranstaltung bringt Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit in einen direkten Dialog. Gerade weil energiepolitische Entscheide weitreichende Folgen für Versorgung, Wettbewerbsfähigkeit und Alltag haben, braucht es diesen Austausch. Die Energiezukunft der Schweiz wird nicht im Alleingang entschieden, sondern im Zusammenspiel von politischem Rahmen, technischer Innovation und gesellschaftlicher Akzeptanz. Informieren Sie sich, bringen Sie Ihre Fragen ein und diskutieren Sie mit.

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