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Titelbild Projektwoche in Berlin

Pro­jekt­wo­che in Berlin 2025 – Eine grosse Reiz­über­flu­tung im po­si­ti­ven Sinne.

Jedes Jahr im dritten Semester reisen die Klassen des Studiengangs Multimedia Production nach Berlin, um einen Filmbeitrag zu realisieren. Das Modul Audiovisuelles Erzählen bietet mehr als nur starre Vorlesungen, sondern echte, lebensnahe Erfahrungen. Bewaffnet mit einem Filmkonzept sowie Kamera- und Tonequipment ging die Reise der Projektwoche in Berlin für mich und meine vier Mitstudentinnen mit einer grossen Frage im Gepäck los: Was machen wir hier eigentlich?

Wer, wie, wo, was?

Seit Studienbeginn war die berühmt-berüchtigte Projektwoche in Berlin das Thema Nummer eins unter uns Studierenden. In den Semesterferien, zwei Monate bevor der Nachtzug Richtung Norden abfahren sollte, starteten dann endlich die Vorbereitungen. Der Auftrag von Prof. Merle Jothe lautete, eine Filmidee zum vorgegebenen Thema «Leben» finden, ein Konzept schreiben und passende Protagonist:innen ausfindig machen. Alles von der Schweiz aus, was eine ziemliche Herausforderung war. Ist Berlin wirklich so, wie wir es uns vorstellen? Haben unsere Protagonist:innen etwas zu erzählen, das zur Aussage unseres Films passt? Und was, wenn jemand abspringt? Antworten auf all diese Fragen konnten wir nur in Berlin finden. Und so ging alles los!

Nachtzug in den Norden

Vollgepackt mit schier platzenden Taschen, Rucksäcken und dem Filmequipment, haben wir uns in Basel getroffen. Der letzte vertraute Ort, bevor das Abenteuer losgehen sollte. Die Stimmung war aufgeregt und fröhlich, doch niemand wusste so recht, was uns während der Projektwoche in Berlin erwarten würde. Etwas unsicher, stiegen wir in den Nachtzug ein und ratterten quer durch Deutschland, bis ins pulsierende Herzstück des Landes, von dem wir so viel gehört, es aber es noch nie erlebt hatten.

It’s show time

Unser Film drehte sich um das Leben entlang der U-Bahnlinie U7. Ziel war es, die Unterschiede der einzelnen Viertel aufzuzeigen und die Diversität der Stadt in einem zehnminütigen Filmbeitrag einzufangen. Von Spandau im Nord-Westen bis nach Rudow im Süd-Osten waren wir unterwegs und lernten dabei nicht nur Berlin, sondern auch seine Menschen kennen.

Eine unserer Protagonist:innen war die Besitzerin eines wohlangesehenen deutschen Restaurants ihres Viertels. Ein anderes Interview führten wir mit einem heruntergekommenen Passanten in Neukölln, bei welchem nicht einmal sicher war, ob er an diesem Morgen überhaupt schon etwas gegessen hatte. So erlebten wir Wohlstand und Armut als soziale Gegensätze auf ganz engem Raum, wie wir sie aus der Schweiz kaum kannten. In unseren Augen ist Berlin eine Stadt aber mit doch so vielen verschiedenen Welten.

Unser Alltag während der Projektwoche in Berlin bestand aus Aufstehen, Equipment vorbereiten, Kaffee trinken und dann ab in die Stadt, auf die Suche nach Momenten, die wir festhalten wollten. Wir strebten danach, einen qualitativ guten und aussagestarken Film zu schaffen. Dieser Anspruch war der wichtigste Treiber und die Motivation unseres Einsatzes. Von früh morgens bis spät abends waren wir unterwegs, filmten, nahmen Ton auf und führten Gespräche. Am Abend im Hotel schauten wir schliesslich gespannt die gesammelten Schätze des Tages an und hofften, dass sie für den bevorstehenden Filmschnitt zu gebrauchen waren.

A Dieu, Stadt der Currywurst

«Cut! It’s a wrap!», der finale Shot war im Kasten und somit war unser Auftrag vor Ort erfüllt. Nach einer vollgepackten Woche haben wir mit der ganzen Klasse den letzten Abend bei einem gemeinsamen Abendessen genossen. Alle erzählten von ihren Erfahrungen, Erfolgen, Schwierigkeiten und lustigen berlintypischen Momente bei den Dreharbeiten, glücklich darüber, was wir alles geschafft hatten.

Dit war’n Hamma

Mein Fazit zu der Projektwoche in Berlin: eine grosse Reizüberflutung aber im positiven Sinne. Alle Erfahrungen, Herausforderungen und Begegnungen haben mich selbstbewusster gemacht. Die Projektwoche in Berlin hat mir gezeigt, dass auch wenn man das Gefühl hat, nicht genügend Wissen und Erfahrung für solch ein Projekt zu haben, dieser Gedanke wegstecken und zu sich selbst sagen muss: einfach mal machen. Auch wenn man zwischendurch die eigentliche Vision des Projektes nicht mehr sieht, setzten sich die einzelnen Bestandteile am Ende doch immer zu etwas Grossartigem zusammen.

Allen Studierenden, welchen die Projektwoche in Berlin noch bevorsteht, kann ich nur mitgeben: seid motiviert, neugierig und lasst euch auf die Stadt ein. Haltet die Augen offen und sucht nicht nach dem Offensichtlichen, sondern grabt etwas tiefer. Denn da findet ihr die wahren Schätze Berlins und das, was Berlin wirklich ist. Das war mein persönlicher Schlüssel zu einem Erlebnis das Spass macht und einem Filmprojekt, auf das man stolz sein kann.

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