Die Konferenz der IAMCR (International Association for Media and Communication Research) findet jedes Jahr statt und wechselt ihren Austragungsort ebenfalls jährlich. Dass die Betonung bei dieser Konferenz wirklich auf «international» liegt, konnten wir bei unserem Besuch in Singapur erleben.
Heiss, schwül und sauber – so unser erster Eindruck, als wir nach einem 12.5-Stunden-Flug in Singapur gelandet waren und aus dem modernen Flughafen in ein Auto stiegen. Da es für uns beide der erste Besuch an einer IAMCR Konferenz war, wussten wir zwar dank Reiseführern und früheren Besuchen, was uns in der Stadt erwarten würde, aber was die Konferenz bieten würde, war auch für uns eine Überraschung. Da wir unsere Forschung zu geografischer Content-Vielfalt in Schweizer Radio- und Fernsehprogrammen und dem Drei-Ebenen-Modell der Schweiz würden vorstellen dürfen, finalisierten wir die Folien noch im Hotel mitten in Singapur. Nun, da alles bereit war, konnten wir in die Konferenztage starten.
Die Präsentationen sollten über vier Tage alle an einer der grossen Universität von Singapur, der NTU (Nanyang Technological University) stattfinden. Jeden Morgen hiess das für uns also eine Anreise von ca. 50 Minuten mit U-Bahn, Bus und zu Fuss durch das immer grüner werdende Land, je weiter man sich vom Stadtzentrum entfernte. Das Motto der Konferenz war «Communicating Environmental Justice: Many Voices, One Planet» und der Campus der NTU hätte dafür nicht passender sein können: Die Gebäude sind bepflanzt, haben grüne Innenhöfe, sind licht- und luftdurchlässig – manche sind sogar selbst wie eine riesige Blume gebaut.
Was beispielsweise bei einer ICA etwas fehlt, ist die wirklich internationale Perspektive, nicht nur die westlich/amerikanische. Die Konferenz der IAMCR schaffte es zum Glück, durch wirklich viele internationale Gäste diese etwas enge Perspektive aufzuweiten. Wir trafen Forschende aus Ländern wie China, Hongkong, Ghana und Südafrika. Aber auch wir konnten, so hoffen wir, mit unserer Perspektive einige Forschende zum Nachdenken bringen. Ein Kollege aus Kanada war beispielsweise begeistert über Prinzip der Konzessionen, das wir im Schweizer Mediensystem kennen. Nebst all dieser spannenden Austausche mit Forschenden aus weit entfernten Ländern, machten wir sogar neue Bekanntschaften mit Schweizer Forschenden.
Zurück in die Schweiz kommen wir nun mit vielen neuen Kontakten, möglichen neuen Projektideen und grossartigen Erinnerungen. Wir sind dankbar, dass wir durch unseren Job solch interessante Erfahrungen machen dürfen.
Johanna Burger ist wissenschaftliche Projektleiterin und Weiterbildungsleiterin am Institut für Multimedia Production.
Urban Kalbermatter ist wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft.