Mit der neuen Serie «Highlights aus der Lehre» werden Einblicke in die Vielfalt der FHGR-Lehrveranstaltungen geboten. Im Fokus steht heute das Modul «Cultural and Foreign Language Field Experience» aus dem Bachelorstudium Tourismus.
Globalisierung, zunehmende Mobilität und Digitalisierung führen dazu, dass räumliche und kulturelle Distanzen kontinuierlich abnehmen. In diesem Prozess verschieben sich kulturelle Grenzen, während sich das Tempo sozialen Wandels deutlich beschleunigt. Vor diesem Hintergrund steigen die Anforderungen an Studierende, sich in kulturell heterogenen Kontexten reflektiert, angemessen und wirkungsvoll zu bewegen.
Das Modul «Cultural and Foreign Language Field Experience», kurz «CULFOX», verfolgt das Ziel, Studierenden das notwendige Rüstzeug zur Entwicklung interkultureller Kompetenzen zu vermitteln. Im Mittelpunkt steht die Befähigung, sich in komplexen interkulturellen Umgebungen, Situationen und Konstellationen sicher zu orientieren und im Umgang mit als ‘fremd’ wahrgenommenen Personen professionell und situationsangemessen zu handeln.
Zu diesem Zweck verbringen die Tourismus-Studierenden acht Wochen in einer für sie kulturfremden Destination, in der entweder Englisch oder ihre zweite Fremdsprache (Deutsch, Italienisch oder Spanisch) als Alltagssprache verwendet wird. Während dieses Aufenthalts reflektieren die Studierenden ihre Erfahrungen, Wahrnehmungen und Handlungen bewusst und angeleitet. Dabei setzen sie sich unter anderem mit der Frage auseinander, welche kulturellen Unterschiede – etwa im universitären Kontext oder im Alltag – besonders einflussreich waren und mit welchen Herausforderungen sie in den Bereichen Kommunikation, Teamarbeit oder Lernkultur konfrontiert wurden.
Ebenso beschreiben sie Situationen, in denen eine Anpassung der eigenen Perspektive oder des eigenen Verhaltens erforderlich war, sowie ihre sprachliche Weiterentwicklung während des Aufenthalts. Ein weiterer Schwerpunkt der Reflexion liegt auf prägenden «Aha-Momenten» oder kritischen Vorfällen, bei denen die Studierenden darstellen, was geschehen ist, wie sie sich in der jeweiligen Situation gefühlt haben, wie sie reagierten und welche Erkenntnisse sie daraus gewinnen konnten. Eine Studentin fasst ihr Erlebnis folgendermassen zusammen: «Through this process, I became more aware of my assumptions, more open to other perspectives, and more confident in navigating cultural differences. The theories I learnt in class became practical tools that guided my understanding of daily interactions.»
So, wie es diese Studentin beschreibt, entwickeln die Studierenden durch diesen strukturierten Reflexionsprozess ein vertieftes Bewusstsein für eigene Annahmen, eine grössere Offenheit gegenüber anderen Perspektiven sowie mehr Sicherheit im Umgang mit kulturellen Unterschieden. Die im Unterricht vermittelten theoretischen Konzepte werden dabei zu praxisrelevanten Instrumenten, die das Verständnis alltäglicher interkultureller Interaktionen nachhaltig unterstützen.
Studierenden-Berichte von CULFOX-Aufenthalten:
- Blessing in der Jugendherberge Davos
- Vanessa im Mariotts Hotel in Bangkok
- Jenny in der Summer School der PolyU Hongkong
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