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Das Engineering-Studium an der FH Graubünden bereitet zukünftige High-Tech-Fachkräfte mit praktischen Übungen und theoretischem Wissen auf Karrieren zugunsten der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen vor.

Wie Hard­ware-In­no­va­ti­on der Ge­sell­schaft dient

Künstliche Intelligenz beherrscht die Schlagzeilen. Doch Software allein misst nichts, greift nichts und bewegt nichts. Erst wenn Algorithmen mit Sensoren, Optik und Mechanik verbunden werden, entsteht Technik, die in der realen Welt wirkt. Hierfür ist das Handwerk von Hardware-Ingenieurinnen und -Ingenieuren gefragt. Wo Sensorik, Elektronik und intelligente Software zusammenkommen, entstehen Lösungen für die drängenden Fragen unserer Zeit. Die Fachleute dafür werden hier im Kanton ausgebildet, an der FH Graubünden.

Ein schönes Beispiel dieses Zusammenspiels von Kompetenzen zugunsten der Gesellschaft zeigt ein Forschungsprojekt der ETH Zürich, das gemeinsam mit der FH Graubünden und der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL durchgeführt wird. Ein stromautarkes System, bestehend aus Lidar-Sensoren, Photovoltaik-Panels, Computern und entsprechender Software, wird im Gebirge aufgebaut. Die Sensoren überwachen ein Bachbett. Intelligente Algorithmen erkennen automatisch die Anzeichen von Murgängen und alarmieren frühzeitig. Diesen Sommer wurde das System im Wallis getestet und es hat das Potenzial, künftig auch an Gefahrenstellen im Kanton Graubünden zum Einsatz zu kommen. Solche Frühwarnsysteme verhindern keine Naturereignisse, aber sie verschaffen wertvolle Vorwarnzeit und schützen damit Menschenleben und Infrastruktur. Gerade bei uns im Alpenraum, wo tauender Permafrost und häufigere Starkniederschläge die Gefahrenlage verschärfen, ist das von unmittelbarer Bedeutung. Ein Teil des FHGR-Forschungsteams wird hierfür im kommenden Jahr nach Nepal reisen, um dort weitere Erkenntnisse für das System zu sammeln.

Innovative Technik, wie im oben genannten Projekt eingesetzt, leistet einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Solche Systeme zu bauen, wird in Ingenieur-Studiengängen gelehrt. Um mit unserem Ingenieur-Bachelorstudium dringend benötigte Fachkräfte auszubilden, wurde dieses auf dieses Jahr hin ausgebaut. Neben Studienrichtungen in Optoelectronics und Mobile Robotics bietet die FH Graubünden neu die Studienrichtung MedTech an.

Mitte September sind siebzehn angehende MedTech-Ingenieurinnen und -Ingenieure ins Studium gestartet. In drei Jahren stehen die ersten Absolventinnen und Absolventen der hiesigen Wirtschaft zur Verfügung und werden als Fachkräfte in einer immer wichtigeren Branche eingesetzt. Denn angesichts der alternden Gesellschaft, steigender Gesundheitskosten und hohen Innovationsdrucks ist die Schweiz dringend auf Nachwuchs in der Medizinaltechnik-Branche angewiesen. Die ausgebildeten MedTech-Ingenieurinnen und -Ingenieure, die Prothesen, Diagnostikgeräte oder Operationsrobotik entwickeln, verfügen über entscheidende Kompetenzen: das Verständnis für Hardware bis ins Detail und die Fähigkeit, sie mit intelligenter Software zu verbinden.

Für uns entscheidend ist dabei, dass diese Ausbildung nicht im Elfenbeinturm geschieht. Als Fachhochschule pflegen wir in der Forschung und in der Ausbildung einen intensiven Austausch mit der regionalen und nationalen Wirtschaft. So bestehen im Engineering-Studiengang Partnerschaften mit über sechzig Unternehmen. Studierende arbeiten an realen Fragestellungen aus der Praxis und Firmen erhalten Zugang zu Talenten und angewandter Forschung. So nehmen wir unseren Auftrag wahr, Wissen zu schaffen und es in der Gesellschaft zirkulieren zu lassen.

Für Graubünden dienen unsere High-Tech-Studiengänge als Beitrag zur Standortentwicklung, wirken attraktivitätssteigernd für die Domizilierung von Technik-Unternehmen, aber auch für Arbeitskräfte und Studierende.

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