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Graubünden als Trailrunning-Hotspot des Alpenraums

Am Anfang stand Mountainbiking.

Zwischen 2010 und 2015 wurde Graubünden mit dem NRP-Projekt (NRP = Neue Regional Politik) «graubündenBIKE» zum Mekka der Mountainbiker auf- und ausgebaut. Nahtlos ging die sportliche Entwicklung des Kantons 2015 in das Projekt «graubündenHIKE» über, welches Ende dieses Jahres ausläuft, seit 2017 wird das Bikeangebot zudem um «E-MTB graubünden» erweitert.

Bereits 2013 hatte Thomas Häusermann, OK-Präsident des traditionellen Erlebnislaufes «Transviamala», ein Konzept für eine Trailrunningregion Naturpark Beverin erarbeitet, 2017 folgte das «Konzept zur Implementierung von Trailrunning in ein Destinationsangebot», für welches sich die FH Graubünden und der Autor im Auftrag von graubündenHIKE verantwortlich zeichneten.

Auf Basis dieser beiden Grundlagenpapiere wurde dann 2019, ebenfalls unter Mitwirkung der FH Graubünden, ein Strategiepapier mit einem Aktionskatalog – elf Handlungsfelder mit über vierzig Massnahmen – für eine Trailrunningregion Graubünden weiterentwickelt, welches nun seit Beginn des Jahres als NRP-Projekt «graubündenTRAILRUN» unter Co-Leitung der beiden Initianten für die Entwicklung entsprechender Strukturen läuft.

«Trailrunning beginnt da, wo die Strasse aufhört», definiert die neue Art des Laufens in freier Natur treffend, werden doch von den Laufenden nicht ausgebaute Wege mit unterschiedlichem Untergrund und wechselnden Steigungen bevorzugt. Im Trailrunning vereinigen sich damit die Entwicklung und Verbesserung verschiedener Konditionsfaktoren wie Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer, Koordination und Geschicklichkeit, gesteigert wird durch die wechselnden Anforderungen auch die Konzentrationsfähigkeit.

Wie in den Vorgängerprojekten ist die FH Graubünden auch in «graubündenTRAILRUN» eingebunden. So haben bereits zwei Teams von Studierenden im Rahmen des Moduls «Projekt Management» Teilprojekte übernommen und umgesetzt. Entstanden ist ein Handbuch, welches Veranstaltern von neuen oder den bereits 17 im Kanton bestehenden Trailrunning-Events Hilfestellung bietet. Das Produkt, ein Mix aus theoretischen Grundlagen und praktischen Beispielen, deckt den gesamten Zyklus eines Events – von der Planung über die Durchführung bis zur Nachbereitung – ab. Eine zweite Arbeit präsentiert Umsetzungsmöglichkeiten für Einsteiger- und Schnuppertrainings inklusive einem entsprechenden Kommunikationskonzept, mit welchen die Trailrunningkultur im Kanton aufgebaut werden soll.

In einem weiteren Teilprojekt – oder besser einem Querschnittsthema des gesamten Langsamverkehrs – könnte die Expertise der FH Graubünden in naher Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Initiiert von graubündenHIKE, wird in einem vom FHGR-Dozenten Michael Forster moderierten Workshop diskutiert, welche Bedürfnisse der Langsamverkehr im Bereich Digitalisierung hat, welche Entwicklungen bereits am Laufen sind und welche neuen Produkte und Dienstleistungen initiiert werden sollten.

Noch ist Trailrunning ein Nischenprodukt im Outdoor- und Freizeitsportmarkt. Eine in dieser Sportart boomende Industrie und das wachsende Interesse am Laufsport in freier Natur während der Coronakrise deuten jedoch bereits heute an, wie viel Potenzial im Trailrunning steckt – auch für Graubünden.

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