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Hand­buch zur An­wen­dung und Un­ter­richt von FAIR Prin­zi­pen an Hoch­schu­len

Im Rahmen des Europäischen Horizon 2020-Projekts FAIRsFAIR «Fostering FAIR Data Practices in Europe» entstand ein Handbuch zur Anwendung und Unterricht von FAIR Prinzipien an Hochschulen. Die Fachhochschule Graubünden war durch Dr. Ana Petrus in der Autorenschaft mit vertreten.

Die Leserschaft dieses Blogs mag sich vielleicht an einen Beitrag aus dem Sommer 2021 erinnern. Damals berichteten wir über die Erlebnisse beim kollaborativen Bücherschreiben. Genau gesagt, wie im Rahmen eines sogenannten Book Sprints, ein Handbuch zur Implementierung von FAIR (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) Prinzipien an den Hochschulen entstand. Nach einer öffentlichen Konsultationsphase im Sommer/Herbst 2021 sowie dem Einarbeiten der eingegangenen Rückmeldungen, wurde es nun veröffentlicht und ist auf Zenodo frei verfügbar.

Das Handbuch entstand im Rahmen des Europäischen Horizon 2020 Projekts FAIRsFAIR «Fostering FAIR Data Practices in Europe». Dieses zielt darauf ab, praktische Lösungen für die Anwendung der FAIR-Datengrundsätze während des gesamten Lebenszyklus von Forschungsdaten zu liefern. Dazu gehört auch die Befähigung von Studierenden, die wichtigsten Leitsätze vom Forschungsdatenmanagement (FDM) anwenden sowie mit Daten FAIR umgehen zu können. Die in diesem Handbuch enthaltenen Leitlinien und Musterlehrpläne sollen die Hochschulen dabei unterstützen.

Vor der eigentlichen Umsetzung von Themen im Zusammenhang mit FAIR-Lehrplänen und -Unterricht muss zunächst definiert werden, welche Kenntnisse und Kompetenzen Studierende auf den verschiedenen Bildungsebenen erwerben sollten. Die Kompetenzprofile basieren auf dem FAIR Competence Framework for Higher Education und dem dazugehörigen Wissensbestand. Dieser ist jedoch auf Data Stewards ausgerichtet und wird von Studierenden anderweitiger Fachrichtungen nur bruchteilweise benötigt. Gemeinsam mit 7 weiteren Mitautoren, arbeitete die Blogautorin während und nach den Booksprint-Sitzungen deshalb an der Identifikation der relevanten Kompetenzen und entsprechender Lernergebnisse für Studierende der Bachelor-, Master- und Doktoratsstufen (siehe Kapitel 3 des Handbuchs), basierend auf den Stufen des Europäischen Qualifikationsrahmens.

Abbildung 1: Forschungsdatenlebenszyklus, gezeichnet von Patrick Hochstenbach (CC BY-SA 4.0), basierend auf dem Forschungsdatenlebenszyklus des UK Data Service, und publiziert in https://doi.org/10.5281/zenodo.5665492

Die im Handbuch ausgearbeiteten Lektionspläne zu FDM und Themen mit FAIR-Bezug bewegen sich entlang des Lebenszyklus von Forschungsdaten und beinhalten Themen wie z.B. Datenmanagementpläne, Metadaten, Datenstandardisierung und Ontologien, FAIRe Software, Daten finden und erneut nutzen, Umgang mit geistigem Eigentum, usw.

An der FH Graubünden wird Datenmanagement als Wahlpflichtmodul im Rahmen des Schwerpunkts Datenkompetenz im Studiengang Informationswissenschaften vermittelt. Dabei wird ebenfalls entlang dem Lebenszyklus der Daten die Thematik des Forschungs-, wie auch des betrieblichen Datenmanagements unterrichtet. Somit entspricht unser Unterricht den aktuellen Best Practices, wie sie von der Fachautorenschaft des Handbuchs empfohlen wird. Letztere entwickelte ihre Empfehlungen basierend auf internationalen Best Practices sowie eigener Erfahrung in der Vermittlung von Datenmanagement an Hochschulen.

Implementierung von FAIR, gezeichnet von Patrick Hochstenbach (CC BY-SA 4.0) und publiziert in https://doi.org/10.5281/zenodo.5665492
Abbildung 2: Implementierung von FAIR, gezeichnet von Patrick Hochstenbach (CC BY-SA 4.0) und publiziert in https://doi.org/10.5281/zenodo.5665492

Zu guter Letzt geht das Handbuch auf die Implementierung von FAIR Prinzipien innerhalb von Bildungsinstitutionen ein und beleuchtet Möglichkeiten, wie Hochschulen ihre Forschende beim Datenmanagement nach den FAIR-Grundsätzen unterstützen können. Denn die Forschenden sind auf die unterstützenden Dienstleistungen angewiesen, nicht zuletzt, um den Forderungen der Forschungsförderer zu entsprechen. Das Handbuch erläutert deshalb welche Infrastruktur vorhanden sein muss, sowie welche Massnahmen und Unterstützungsleistungen notwendig sind, um den Forderungen gerecht zu werden. Besonders wertvoll ist dabei die Verknüpfung der Abschnitte in diesem 6. Kapitel des Handbuchs mit den jeweiligen Lehrplänen, da so ein besserer Überblick für die Institutionen gewährleistet wird. Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Verabschiedung einer institutionellen Forschungsdaten-Policy, welche die FAIR-Grundsätze einbezieht, zu mehr Anerkennung, Adoption und Ressourcen für die Umsetzung von Best Practices führen kann.

Abschliessend noch ein Wort zur Zukunft des Handbuchs: dieses wird demnächst vom Universitätsverlag Göttingen veröffentlicht werden, sowohl in Druck als auch als Open Access PDF, sowie zusätzlich als GitBook, gehostet von der Universität Minho, zur Verfügung stehen. Die URLs dazu werden so bald verfügbar hier verlinkt werden.

Ana Petrus ist Dozentin für Datenmanagement am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft (SII) an der Fachhochschule Graubünden und hat an der in diesem Blogbeitrag besprochenen Publikation mitgeschrieben:

Engelhardt, C. et al. (2022) D7.4 How to be FAIR with your data. A teaching and training handbook for higher education institutions. Zenodo.

Anzahl Kommentare1
Kommentar

Scholl Boris 05.03.2022

Ein Beitrag, den ich mit sehr viele liebe gelesen habe. Dafür danke ich dir. Wenn ich irgendwie in eine Möglichkeit, wäre diesem Buch zu kaufen, das wurde ich sehr gern machen. Auf andere Seite viele Schüler wie auch Studenten entschieden sich, solche und ähnliche https://ghostwriterpreise.com/diplomarbeit/ Agenturen zu kontaktieren. So müssen Sie sich überhaupt nicht bemühen, um seine Arbeit zu schreiben. Für einen ziemlich gemütlichen Preis wurden Sie eine Qualität arbeite zurückbekommen.