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Wie entsteht Veränderung? Wer sind die Menschen, die Verantwortung übernehmen und aktiv etwas in Gesellschaft und Politik gestalten? Genau darum geht es im Podcast engagiert. – einem Studentinnenprojekt, das seinen Ursprung an der Fachhochschule Graubünden hat.
In der Vertiefung Entrepreneurship & Corporate Responsibility im Studienangebot Betriebsökonomie durften wir uns einem eigenen Projekt widmen. «Du kannst alles machen», hat es seitens des Dozenten geheissen. Aufgrund meines Interessens an Journalismus, Politik und eben – sozialem Engagement – entstand ziemlich schnell die Idee, einen eigenen Podcast zu verwirklichen.
Das inhaltliche Konzept besteht aus Gesprächen mit Gästen darüber, was es braucht, sich sozial und/oder politisch zu engagieren, was dies für Herausforderungen mit sich bringt und welche Erfolge gefeiert werden. Mit dem Projekt hatte ich die Möglichkeit, diese Menschen auf einfache Art und Weise sichtbar zu machen. Gleichzeitig – und das ist wohl das grösste Highlight – hatte ich die Chance, spannende Menschen kennenzulernen und tolle Kontakte zu knüpfen. Im Nachhinein muss ich sagen, hat sich das (meistens) nicht wie Arbeit angefühlt, sondern danach, einer freiwilligen Leidenschaft gefolgt zu sein.
Da ich selbst gerne und ständig Podcasts höre, konnte ich mich durch einige Fragetechniken und Intros inspirieren lassen. Umso seltsamer war es dann, sich später selbst im eigenen Spotify-Verlauf wiederzufinden.
Aber warum?
Ich finde es immer wieder inspirierend zu sehen, wofür sich Menschen engagieren und ihre Zeit investieren. Auch ich habe selbst gemerkt, wie viel einem diese Arbeit zurückgeben kann. Die Frage nach dem Warum zieht sich deshalb durch alle Episoden: Warum engagierst du dich in diesem Bereich? Wie kam es dazu? Und was für Erfahrungen hast du damit gemacht?
Während des Projekts ist mir auch bewusst geworden, dass Engagement überall zu finden ist. Sei es freiwillige, bezahlte oder auch Care-Arbeit. Es geht dabei immer darum, Verantwortung zu übernehmen und sich für etwas einzusetzen, was einem nicht nur Zeit, sondern auch ziemlich viel Energie rauben kann. Gleichzeitig kann es Zusammenhalt unter den Involvierten schaffen; etwas, was die Welt (besonders in aktuellen Zeiten) gut gebrauchen kann.
Auch thematisiere ich in den Gesprächen den Inhalt des Engagements: Was heisst es beispielsweise, sich der Sexualpädagogik für Kinder zu widmen, oder wie sieht der Alltag in der Suchtberatung aus?
Erste Folgen im Überblick
In den ersten drei Folgen von engagiert. habe ich entsprechend sehr unterschiedliche Menschen getroffen. Zum Start durfte ich mit Rita Gianelli sprechen, Präsidentin des Vereins Kulturpunkt in Chur, Fachstellenleiterin für Migration bei der Landeskirche Graubünden und Landrätin der SP. Sie hat mir erzählt, was sie antreibt, Räume für verschiedene Kulturen zu schaffen und sich auch im journalistischen Bereich zu engagieren. In der zweiten Folge habe ich mich mit Patrick Lippuner unterhalten, Sozialpädagoge und Suchtberater beim Blauen Kreuz Graubünden. Er hat mir Einblicke in die Arbeit mit alkoholabhängigen Menschen gegeben und erklärt, warum es wichtig ist, Sucht zu entstigmatisieren und besonders auch die Normalisierung von Alkohol zu hinterfragen. In der dritten Episode schliesslich habe ich Ruth Niederreiter eingeladen: Sexualpädagogin, Hebamme und Erwachsenenbildnerin. Mit ihr habe ich über Aufklärung gesprochen und darüber, weshalb dies ein wirksamer Schutz vor sexualisierter Gewalt sein kann.
Besonders auf persönlicher Ebene konnte ich viel aus den Gesprächen mitnehmen. Die Liste ist aber noch lang und ich freue mich auf viele weitere Begegnungen.
Learnings
Mittels des Podcasts durfte ich erleben, was praxisorientiertes Lernen an der FH Graubünden bedeutet. Von der ersten Idee bis zur fertigen Umsetzung durfte ich mein eigenes Projekt entwickeln – mit den Freiheiten, die es braucht, um kreativ zu werden. Der Prozess hat mich in meiner Selbstständigkeit, aber auch in meinem Selbstvertrauen gestärkt und mir Einblicke in journalistische Arbeit gegeben. Ein Projekt, das ich gerne weiterverfolgen werde.
Für mich war es eine sehr bereichernde Erfahrung. Das Modul bietet den (sicheren) Raum, eigene Ideen in die Tat umzusetzen und schrittweise vorzugehen. Und das ohne den Druck, das Projekt erfolgreich zu Ende führen zu müssen – auch Misserfolge sind willkommen. Hauptsache, man lernt etwas dabei. Die Vertiefung Entrepreneurship & Corporate Responsibility kann ich deshalb wärmstens weiterempfehlen.
Hier geht’s zum Podcast Neugierig geworden? Hör dir die Folgen auf Spotify oder Apple Podcasts an.
Instagram: @engagiert.podcast
Bei Fragen oder Anmerkungen kannst du dich auch bei engagiert.podcast@gmx.ch melden.
Nadine Cotti ist Studentin und Alumna in Betriebsökonomie an der Fachhochschule Graubünden. Sie befasste sich mit der Vertiefung Entrepreneurship & Corporate Responsibility.