Vor einigen Monaten entstand die Idee, ein Werkstattgespräch zu initiieren – ein Format, das sowohl Einblicke in die Praxis als auch Raum für Reflexion und Austausch bietet. Neben dem Modul Audiovisuelles Erzählen war auch der Major Live Communication massgeblich beteiligt. Ohne den tatkräftigen Support von Roland, Flavia und Andrin hätte dieses Projekt in dieser Form nicht realisiert werden können.
Innerhalb eines Monats arbeitete das engagierte Studierendenteam des Majors intensiv an der inhaltlichen Vorbereitung. Gemeinsam mit Prof. Merle Jothe wurden thematische Schwerpunkte entwickelt. Aus dem Austausch mit den drei Expert:innen – Prof. Merle Jothe (Kamerafrau), Carsten Thurau (Journalist ZDF) und Peter Indergand (Kameramann) – ergaben sich zentrale Fragestellungen und Themenblöcke, die die inhaltliche Grundlage des Werkstattgesprächs «ECHO der Linse» bildeten.
Parallel dazu übernahmen Julia und Jana die visuelle Gestaltung: Sie entwickelten das Farbkonzept, gestalteten den Flyer und entwarfen gemeinsam mit dem Team die Szenografie für das Studio.
Fausto war verantwortlich für die technische Umsetzung – vom Aufbau des Studios über die Ton- und Bildtechnik bis hin zur Betreuung des Livestreams. Nicole übernahm die Regie und koordinierte den Ablauf während der Liveproduktion. Scarlett führte als Moderatorin souverän durch das Gespräch.
Samuel, als Projektleiter, sorgte über alle Phasen hinweg für Struktur, Koordination und klare Kommunikation innerhalb des Teams. Es war inspirierend zu beobachten, mit welchem Engagement, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein alle Beteiligten dieses Projekt getragen haben.
Die Ankündigung des Livestreams erfolgte über mehrere Kanäle: Jana und Julia koordinierten die Kommunikation via Instagram und LinkedIn der FH Graubünden, erstellten zielgerichtete Inhalte und nutzten zusätzlich Mailverteiler und persönliche Netzwerke der Gäste. Dadurch konnte ein diverses Publikum angesprochen werden – bestehend aus Studierenden, Fachpersonen und Interessierten.
Am Eventtag herrschte im Studio eine konzentrierte, angenehme Atmosphäre. Trotz der spürbaren Spannung im Vorfeld war das Gespräch zwischen den Gästen offen, lebendig und inhaltlich breit aufgestellt. Es changierte zwischen journalistischen, filmischen und dokumentarischen Perspektiven – mit einem Fokus auf ethische Herausforderungen, interkulturelle Sensibilität und professionelle Verantwortung beim Filmen in Krisenkontexten.
Der Livestream selbst war ein Erfolg: Über 130 Zugriffe wurden verzeichnet, und es gingen auch Fragen aus dem online zugeschalteten Publikum ein. Dies bestätigte nicht nur das grosse Interesse am Thema, sondern auch die Relevanz und Wirksamkeit des gewählten Formats.
Die bei diesem ersten Werkstattgespräch gesammelten Erfahrungen bilden nun eine wertvolle Grundlage für zukünftige Veranstaltungen. Sie zeigen, wie praxisnah und tiefgreifend ein solches Format sein kann – nicht nur, um aktuelle Themen zu diskutieren, sondern auch, um Studierende aktiv in Recherche, Kommunikation, Gestaltung und Umsetzung einzubinden.
Feedback
Ein halbes Leben Fernsehen zu machen und dann mit jungen Studierenden Fernsehen machen? Wir, die wir vom Film und Fernsehen kommen und immer so fürchterlich kritisch sind? Kann das gut gehen? Es ging gut. Verdammt gut sogar. Interessante Vorbereitungsgespräche, ein wirklich professionelles Studio und vor allem unglaublich engagierte Studentinnen und Studenten haben die Werkstattgespräche auch für mich zu einem Erlebnis gemacht. Wie ist es, in Drehs weit entfernt von zu Hause auf fremde Kulturen zu treffen? Wie bewegt man sich in Gefahrensituationen? Gibt es Momente, in denen man die Kameras ausschaltet? Was macht die Arbeit mit einem selbst? Interessante Fragen, eine tolle Moderatorin und zwei wunderbare «Mit-Gäste» in einer überaus angenehmen Atmosphäre – schade, dass es nur anderthalb Stunden «live» waren. Ich bin dankbar, dass ich dabei sein konnte! – Carsten Thurau, Journalist, ZDF
Ein Werkstattgespräch mit Menschen hinter der Kamera, um einem Publikum deren Motivation und Arbeitsweise näherzubringen – ein spannender Ansatz, der mir sofort zusagte, als ich für diese Live-Sendung angefragt wurde. Als ich mir dann jedoch die verschiedenen Aspekte vergegenwärtigte, die mit dem vorgegebenen Thema verbunden sind – den Dreh in anderen Kulturen und in Gefahrensituationen – da war ich mir plötzlich nicht mehr so sicher. Es war klar, da kam allerhand an heiklen und komplexen Fragestellungen auf uns zu. Umso schöner war es zu erleben, wie interessiert, klug und einfühlsam das gesamte Team mit diesen Inhalten und auch mit uns Gästen umging, die fantastische Moderatorin, die Kameraleute und die Techniker in der Live-Regie. Es war eine wirklich schöne Erfahrung – vielen Dank für die Einladung und für diesen bereichernden Tag! – Peter Indergand, Kameramann SCS
Es war eine wunderbare Zusammenarbeit mit den Studierenden, die viel Zeit und Herzblut in die Umsetzung dieses Werkstattgesprächs gesetzt hatten. Sie stellten interessante Fragen und machten sich inhaltlich einige Gedanken, dieses Komplexe Thema anzugehen. Nach anfänglicher Euphorie hatte ich ein wenig Bedenken, das Thema zu sehr auf Krisengebiete zugespitzt zu sehen, was sich jedoch nicht bestätigte. Die Stimmung im Studio war sehr angenehm; da mein Platz eher der hinter der Kamera ist als davor, schafften sie es auch für mich, eine angenehme Stimmung am Set zu kreieren, mit einem eher dunklen Ambiente, sodass man sich aufgefangen fühlte. Vielen Dank! Es wäre schön, wenn man dieses Format aufgreifen und auch anderen Studiengängen schmackhaft machen könnte, um ein möglichst breites Angebot an Themen und damit auch eine erhöhte Sichtbarkeit der FH Graubünden in der Öffentlichkeit zu erreichen. Gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden und einer grossen Diversität an Themen. – Prof. Merle Jothe, FHGR, Kamerafrau, ssvf, Cinematographinnen
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Echo der Linse: Filmen wo andere fliehen – wenn erzählen gefährlich wird
Merle Jothe ist Dozentin am Institut für Multimedia Production (IMP) an der FH Graubünden.