Zum Inhalt springen
Logo FHGR Blog

FHGR Blog

Digitale Lehre zwischen Null und Eins

Die Digitalisierung ist nicht das Morgen, sondern für die HTW Chur bereits heute Alltag.

Auch im Bereich der Lehre bedeutet digital aber nicht immer innovativer und das polarisierende Denken in Null vs. Eins ist hier nicht zielführend. Die HTW Chur bedient sich digitaler Technologien dort, wo sie didaktischen Mehrwert bringen und eine sinnvolle Ergänzung zur Bandbreite der Lehrmittel darstellt. So genannte Mischformate («Blended Learning») haben sich für viele pädagogische Kontexte als Mehrwert erwiesen. So sind ergänzende E-Learning-Einheiten nicht an Ort und Zeit gebunden und bieten durch individuelle Lernpfade eine effektive Vorbereitung — eine optimale Grundlage für eine intensivere, individualisierte und handlungsorientierte (Projekt-)Arbeit in Präsenzveranstaltungen vor Ort an der HTW Chur.

Mittels E-Learning kann den unterschiedlichen Vorkenntnissen der Studierenden individuell begegnet werden. Die Diagnose individueller Lernstände, Aufgaben auf unterschiedlichen Niveaus, Schaffung verschiedener Zugänge zum Lerngegenstand (durch Video, Podcast, Texte, etc.), individuelle Leistungsrückmeldungen sowie die Förderung von eigenverantwortlichem Lernen lassen sich hervorragend durch Online-Elemente auf einer Lernplattform abbilden.

Neben den pädagogischen Vorteilen liegen auch organisatorische Mehrwerte auf der Hand. Für elektronischen Prüfungen, bei welchen die Studierenden zurzeit an der HTW Chur in den regulären Prüfungsräumen schwitzen, gibt es eine immer grössere Nachfrage. Je nach Aufgabenstellung oder Prüfungsformat kann eine schnelle, automatisierte Korrektur stattfinden. Auch bei textbasierten Ergebnissen hilft die Druckschrift den Dozierenden oft zur besseren Leserlichkeit. Die Zuordnung zu Fragenpools und die automatische Fragenanalyse (z.B. Schwierigkeit und Abgrenzung) erleichtern die mehrfache Verwendbarkeit und das Qualitätsmanagement der Prüfungsinhalte. Die kombinierte Nutzung mit fachspezifischen Anwendungsprogrammen fördert das praxisorientierte Prüfen (z.B. bei Berechnungen, die mit Statistik-Programmen ausgeführt werden). Auch Studierende können mit der Tastatur oft schneller schreiben und bei sogenannten ‘Open Book’-Prüfungen auch Dokumente auf ihrem Notebook nutzen. Eine spezielle, in der Schweiz entwickelte Technologie («Safe Exam Browser»), verhindert dabei den Zugriff auf weitere Ressourcen oder die Kommunikation unter den Studierenden.

Verbunden mit der Tatsache, dass die Lernziele immer mehr Handlungskompetenz, Sozial- und Selbstkompetenz verlangen, um den Anforderungen der ‘Future Skills’ gerecht zu werden, wird auch die Wahl der Prüfungsformate und vor allem die Aufgabenstellung immer vielfältiger. Neben Fachkompetenz und -wissen, werden in Prüfungen komplexe Problemlösungen und der Transfer in konkreten Anwendungen getestet. Der digitale Wandel ist demnach sehr vielschichtig. In Kooperation mit regionalen Unternehmen werden die benötigten Kompetenzen immer wieder abgeglichen und gemeinsam mit den Dozierenden sowie dem Blended Learning Center der HTW Chur in sinnvollen Prüfungsszenarien umgesetzt.

E-Learning verbunden mit E-Klausuren ist kein Selbstzweck, sondern muss immer wieder individuell entlang der Lernziele angepasst werden. Eine gemeinsame, kreative Aufgabe von Dozierenden und Didaktik-Support zwischen dem Null und Eins der Digitalisierung.

Anzahl Kommentare0
Kommentare