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Die Frage nach dem «Wozu»

Roboter, die für soziale Interaktion und Dienstleistungen in sozialen Umgebungen konzipiert sind. Geländegängige vierbeinige Systeme, die auf autonome Inspektionen und Rettungseinsätze in komplexen Umgebungen spezialisiert sind. Hochentwickelte Flugsysteme für präzise Kartierung und den Fernzugang zu Infrastruktur. Vielfältige spezialisierte autonome Lösungen für Logistik, Unterwasserinspektionen und Forschung. Und mittendrin, ein humanoider Roboter, der tanzt. Was vor Kurzem noch steif wirkte, performt heute geschmeidig, akkurat und rhythmisch. Isolierte Bewegungen, harte Stopps, sauberes Timing.

Science-Fiction? Nein, Realität. Anfang Juli präsentierten rund 600 Wissenschafterinnen und Wissenschafter ihre Entwicklungen am Davos Tech Summit. Gleichzeitig diskutierten sie Herausforderungen in Bezug auf die Mechanik, die Regeltechnik sowie die Informatik. Wer die Diskussionen aufmerksam mitverfolgte, merkte rasch, dass die Debatten über technische Fragen hinausgingen. In einem Punkt waren sich die Wissenschafterinnen und Wissenschafter indessen einig: Jede Entwicklung muss Sinn machen und einen Mehrwert generieren. Die Antwort auf die Frage nach dem «Wozu» liegt bei den geländegängigen vierbeinigen Systemen, den Drohnen und den spezialisierten autonomen Lösungen auf der Hand. Wozu aber benötigen wir einen Roboter, der tanzt?

Hinter dem, was wie eine Show aussieht, steckt ein Härtetest für Motorik, Balance und Echtzeit-Steuerung. Jede saubere Bewegung steht für Mechanik, Aktuatoren und Regelalgorithmen, die präzise genug sind, um bald auch in Fabriken, Logistik und auf der Baustelle anzupacken. Humanoide Roboter, die tanzen sind am Davos-Tech Summit kein Selbstzweck, sondern der Beweis, was technisch möglich ist. Hohe Kontrolle, präzise Navigation und sensible Sensoren auf hohem Niveau lassen den humanoiden Roboter tanzen. Humanoide Robotik, künstliche Intelligenz, autonome Software, günstige Hardware und eine massive Erhöhung der Rechenleistung sind die Voraussetzungen dafür, dass künftig Industrien transformiert werden. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wer diese Entwicklung anführt.

Welches ist also die Rolle Europas? Marco Pavone, Assistenzprofessor in Stanford und Leiter der Forschung im Bereich autonome Fahrzeuge bei NVIDIA antwortet auf diese Frage wie folgt: «KI geht heute über die digitale Welt hinaus, um die physische Welt zu verstehen, zu analysieren und in ihr zu handeln. Die Robotik wird zur prägenden Anwendung dieses Zeitalters, ermöglicht durch rasante Fortschritte in KI, Simulation und Rechenleistung. Es ist spannend, dass Davos diese neue Plattform bietet und damit den beschriebenen Wandel beschleunigt.»

Die Fähigkeit, dieses Potenzial zu nutzen, Möglichkeiten und Grenzen einzuschätzen, sowie gleichzeitig Chancen und Risiken abzuwägen, wird für uns Menschen im Allgemeinen und die Studierenden an unseren Hochschulen im Speziellen zu einer sehr wichtigen Kompetenz.  Die verantwortungsvolle, akademische wie auch professionelle Anwendung von KI-basierten Technologien setzt vertiefte fachliche und methodische Kenntnisse voraus, um unter anderem die durch künstliche Intelligenz erzeugten Inhalte richtig bewerten und einordnen zu können. Die Robotik verlässt also das Labor und entwickelt Rhythmus. Aber bitte nicht zu viel. Roboter sollen uns Menschen entlasten. Und zwar dort, wo es eng gefährlich und unberechenbar ist. Das Tanzen sollen sie bitte uns Menschen überlassen.  

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