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Tourism planning and equipment needed for the trip on map

De­sti­na­ti­onS­hift: Da­ten­ba­sier­te Al­ter­na­ti­ven zu über­lau­fe­nen Rei­se­zie­len

Ein kleiner Teil der Reiseziele zieht einen Grossteil der Besucher an, während vergleichbare Orte kaum wahrgenommen werden. Das studentische Projekt DestinationShift will mit offiziellen Tourismusdaten weniger überlaufene Alternativen sichtbar machen. Es zeigt dabei offen, wo es als Prototyp noch an Grenzen stösst.

Tourismus ist ungleich verteilt. Ein kleiner Teil der Destinationen trägt einen Grossteil der weltweiten Besucherströme, mit allen bekannten Folgen: steigende Preise, überlastete Infrastruktur und wachsender Druck auf die lokale Bevölkerung. Gleichzeitig bleiben vergleichbare, weniger bekannte Orte deutlich ruhiger, weil ihnen schlicht die Sichtbarkeit fehlt.

Aus dieser Beobachtung ist während meines Tourismusstudiums an der FH Graubünden mein persönliches Projekt DestinationShift entstanden. Die Idee ist einfach: Wenn jemand ein überlaufenes Reiseziel sucht, soll eine datenbasierte, vergleichbare Alternative vorgeschlagen werden. Ein Ort mit ähnlichem Charakter, aber geringerer Belastung und oft niedrigeren Kosten.

Die aktuelle DestinationShift-Website (Prototyp).
Was wir aufbauen

Im Zentrum steht keine subjektive Empfehlung, sondern offizielle Statistik. Das Projekt vergleicht Destinationen anhand mehrerer Datenquellen: amtliche Tourismuszahlen (etwa von Eurostat oder nationalen Statistikämtern wie dem BFS und Statistics Norway), Klimadaten sowie das Preisniveau. Daraus entsteht ein Profil, das die touristische Belastung einer Destination greifbar macht, beispielsweise im Verhältnis von Übernachtungen zur Wohnbevölkerung.

Ein grosser Teil der bisherigen Arbeit lag im Aufbau dieser Datenpipeline: dem sauberen Abrufen amtlicher Daten, dem korrekten Zuordnen von Destinationen und, besonders wichtig, der ehrlichen Kennzeichnung, was eine Zahl tatsächlich aussagt und was nicht. Eine Übernachtungszahl ist nicht dasselbe wie die Anzahl Gäste. Ein amtlicher Wert ist etwas anderes als eine Schätzung. Diese Transparenz ist für mich der eigentliche Kern des Projekts.

Wo wir noch nicht sind

DestinationShift ist ausdrücklich ein Prototyp, kein fertiges Produkt. Die bestehende Website dient als Anschauungsbeispiel, nicht als ausgereifte Plattform. Mehrere Fragen sind bewusst noch offen: Wie lässt sich kulturelle und landschaftliche Vergleichbarkeit über reine Zahlen hinaus seriös abbilden? Wie geht man mit Destinationen um, für die kleinräumige Daten gar nicht erst veröffentlicht werden? Und wo verläuft die Grenze zwischen sinnvoller Automatisierung und notwendiger menschlicher, redaktioneller Beurteilung?

Genau diese offenen Fragen machen das Projekt für mich spannend. Ich entwickle DestinationShift derzeit als persönliches, anwendungsorientiertes Forschungsprojekt parallel zu meinem Studium weiter, mit dem Ziel, datenbasierten und nachhaltigeren Tourismus ein Stück sichtbarer zu machen.

Über Rückmeldungen, kritische Fragen und Austausch mit Personen aus Forschung und Praxis freue ich mich sehr.

Weitere Blogs der FH Graubünden gibt es hier zu lesen.

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