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Studierende besichtigen Hotel Spa-Bereich

PRIVÀ Alpine Lodge, Lenzerheide  © Yvonne Bollhalder

Das fliegende Klassenzimmer

Zugegeben, der Titel mag etwas überzogen sein, sprechen wir doch an einer Hochschule nicht unbedingt von Klassenzimmern.

Aber das mit dem Fliegen spielt in einem Tourismusstudium mit Sicherheit eine gewisse Rolle. Reisen bildet bekanntlich; und wenn die professionelle Beschäftigung mit dem Reisen und den zugehörigen Phänomenen gar den Studieninhalt bildet, kommt man nicht umhin, den Studienort gelegentlich zu verlassen. Zudem spielt neben interkulturellen Erfahrungen natürlich auch der internationale Austausch mit Experten und Kommilitonen innerhalb des Fachgebiets vor Ort eine wichtige Rolle.

Dem entgegen stehen jedoch Budget-Beschränkungen, die Effizienz des Studienbetriebs, und natürlich der Aspekt der Nachhaltigkeit des Reisens. Das sind alles gute Argumente, die Tourismusausbildung mehrheitlich hier in Graubünden durchzuführen und Studienreisen zu minimieren.

In der Tourismusausbildung an der HTW Chur sehen wir natürlich die grosse Bedeutung von Exkursionen und internationalem Austausch. Wenn wir auf (grosse) Fahrt gehen, tun wir das jedoch bewusst und versuchen dabei, den kritischen Geist der Studierenden zu schärfen. Auf der anderen Seite nutzen wir die Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung bietet um das Lernen im internationalen Kontext auch digital zu ermöglichen. Also ganz gezielt das Eine tun, ohne das Andere zu lassen. Lassen Sie mich das an einem konkreten Beispiel verdeutlichen:

Im Kanton Graubünden spielt der Gesundheitstourismus bekanntlich eine zunehmend wichtige Rolle und so sehen wir es als unsere Pflicht, auch in der touristischen Ausbildung eine Vertiefung im Bereich «Health Tourism Management» anzubieten. Als führende Institution in der Tourismusausbildung haben wir jedoch eine gewisse internationale Verpflichtung. Deshalb entstand eine Zusammenarbeit mit Spezialisten der renommierten Budapest Metropolitan University für die genannte Vertiefung im Gesundheitstourismus. Selbstverständlich werden Professoren aus Budapest auch in Chur ihre Vorlesungen und Seminare abhalten, denn der persönliche Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden ist weiterhin unersetzlich. Dank «Blended Learning» jedoch; also der Kombination aus Präsenz- und begleitetem Selbststudium, kann ein beachtlicher Teil der Vertiefung ganz digital auf Distanz durchgeführt werden. Professoren aus Ungarn und Studierende aus Chur erarbeiten Lerninhalte gemeinsam in einem digitalen Arbeitsbereich und tauschen sich dabei via Text, Ton und Video aus.

Durch schlaues Kombinieren von begleitetem Selbststudium, dem Austausch auf der Lernplattform und gemeinsamem Lernen in Präsenzphasen schaffen wir es, international führende Expertise an der Fachhochschule in Graubünden ganz lokal einzubinden. Für uns als praxisorientierte Hochschule spielen Exkursionen natürlich weiterhin eine Rolle – die finden dann jedoch hier vor Ort statt; mit dem schönen Nebeneffekt dass Anbieter im Bereich Gesundheitstourismus ihre Fach- und Führungskräfte von morgen (unsere Alumni nämlich) ganz nebenbei kennen lernen können.

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