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Bauen für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung – Ist das möglich?

Die Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung zu bewältigen ist eine der bedeutendsten Aufgaben unserer Zeit. Dies gilt nicht nur für Politik und Verwaltung, sondern auch für Unternehmen. Besonders gefordert ist dabei die Baubranche, die mit ihren Aktivitäten einerseits langlebige Werte schafft, zugleich aber auch das ökologische und soziale Umfeld sowie die wirtschaftlichen Möglichkeiten in einem Raum beeinflusst, bisweilen gar verändert. Wie kann die Baubranche also zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen?

In unserem täglichen Leben sehen wir uns regelmässig mit dem Thema der nachhaltigen Entwicklung konfrontiert. Wir integrieren sie aktiv in unsere individuellen Entscheidungen, sei es, weil das Wort «Nachhaltigkeit» auf der Verpackung eines Produktes steht oder weil sie uns ein inneres Anliegen ist. Ein Beispiel hierfür ist die bewusste Veränderung unseres Mobilitätsverhaltens, in dem wir von individuellem Autoverkehr aufs Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen oder uns zumindest ein umweltfreundlicheres Auto zulegen. Unsere Motivation liegt dabei in unserer Wertschätzung für die Natur, das Klima, die Natur, die Landschaft sowie die Erhaltung unserer Tier- und Pflanzenwelt. Auch soziale Anliegen beschäftigen uns, von der eigenen Familie bis hin zum gesellschaftlichen Zusammenleben, genauso wie der Wunsch nach einem angemessenen Einkommen und einer sicheren Arbeitsstelle.

Die internationale Staatengemeinschaft hat sich diesen Herausforderungen angenommen und Ziele für nachhaltige Entwicklung – die Sustainable Development Goals – vereinbart, an denen sich die einzelnen Nationen aber auch Unternehmen orientieren sollen. Dementsprechend sollen das Denken und Handeln für eine nachhaltige Entwicklung auch in den Unternehmen gefördert werden. Zu diesem Zweck werden neue «Green Deals» vereinbart und entsprechende Gesetze verabschiedet. Diese Massnahmen zielen darauf ab, Unternehmen dazu zu bewegen, nachhaltige Praktiken in ihre Geschäftstätigkeit zu integrieren und sich an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung zu orientieren.

Diese Wende findet zunehmend auch in der Baubranche statt, in der immer mehr Bemühungen unternommen werden, nachhaltiges Bauen zu fördern. Dabei liegt der Fokus nicht mehr nur auf dem Bau eines Gebäudes oder einer Infrastrukturanlage, sondern vielmehr auf dem Ziel die Umweltauswirkungen zu minimieren, die Lebensqualität für kommende Generationen zu verbessern und dabei ebenfalls die wirtschaftlichen Aspekte zu berücksichtigen – also einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Dies erfordert aber auch den Umgang mit Zielkonflikten und deren Bewertung. Dazu existieren verschiedene Ansätze auf nationaler und kantonaler Ebene für die Verwaltungen, aber auch auf Branchenebene. Ein Beispiel dafür ist der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS.

Die unterschiedlichen Ansätze von Bund, Kantonen und Branchen weisen Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede auf. Ein entscheidender Aspekt in allen oben genannten Ansätzen vernachlässigt wird: die Perspektiven und Werte der Menschen. Um diese zu berücksichtigen haben Mitarbeitende der Fachhochschule Graubünden einen Ansatz der integrierten Nachhaltigkeitsbeurteilung entwickelt, der sich auf Bauvorhaben unterschiedlicher Art, vom einzelnen Gebäude bis zum Wasserkraftwerk oder grösseren Infrastrukturvorhaben anwenden lässt.

Werner Hediger, Institutsleiter, und Tanja Ospelt, Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin, sind beide am Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung tätig. Mehr zur integrierten Nachhaltigkeitsbeurteilung gibt es auf fhgr.ch/zwf. Alle vier Wochen diskutiert die Fachhochschule Graubünden an dieser Stelle aktuelle Themen aus Lehre und Forschung.

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