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Titelbild Bauen für den Tourismus

Bauen für den Tourismus

«Bauen für den Tourismus» ist ein weites und oft unübersichtliches Feld.

Umso bedeutsamer ist es, nach den spezifischen Rahmenbedingungen zu fragen. Die funktionalen und betrieblichen Aspekte sind gleichermassen wichtig, wie architektonisch hochwertige Antworten zu finden und eine adäquate Stimmung für die Bauaufgabe zu entwerfen. Deshalb haben sich Studierende der FH Graubünden in interdisziplinären Teams aus Architekturstudierenden und Service-Design-Studierenden, unter der Begleitung eines interdisziplinären Dozierendenteams, mit dem konkreten Projekt «Après-Ski-Lokal KuhBar» in Arosa auseinandergesetzt.

Eine reale Aufgabe

Die Tschuggenhütte im Schneesportgebiet Arosa Lenzerheide geniesst dank der spektakulären Aussicht in die Berglandschaft seit langem einen hohen Bekanntheitsgrad. In den letzten Jahren hat sich die von der Arosa Bergbahnen AG betriebeneTschuggenhütte wahrlich zu einem Tschuggendörfli weiterentwickelt, welches neben dem Speiserestaurant auch ein vielfältiges und lebendiges Après-Ski-Angebot bietet. Die «KuhBar» als Après-Ski-Lokal trug wesentlich dazu bei, dass das Tschuggendörfli noch bekannter geworden ist. Bis Ende der Wintersaison 2017 bestand das langjährige Après-Ski-Angebot aus einer alten Schirmbar und sporadischen DJ-Acts auf der Freilichtbühne. Seit der Saison vorletzten Jahres wird ein temporäres Holzgebäude im Alpenchic-Stil als «KuhBar» genutzt. Die Holzkonstruktion steht während der Wintersaison und wird vor den Sommermonaten wieder abgebaut. Dieser Entwicklungsschritt fand bei den Gästen breite Zustimmung. Die durchwegs positiven Rückmeldungen zur bislang provisorischen Après-Ski-Hütte veranlassten die Betreiberin, die Planung für ein festes Gebäude anzugehen. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Bauen im alpinen Raum und unter Einbezug von Studierenden hat die Arosa Bergbahnen AG eine Projektstudie für den Bau einer dauerhaften «KuhBar» entwickelt. Mit dem Neubau wird der Tschuggenhütte auf 1’991 m ü.M. konsequent der Party-Hütte-Hut aufgesetzt.

Interdisziplinäre Lösungsvorschläge

Die Projektierung der «KuhBar» behandelt nicht nur architektonische Themen, sondern wirft auch einige touristische Fragestellungen auf. Untersucht wurde das Einpassen des neuen Gebäudes in die Landschaft im Schneesportgebiet sowie die Einbindung und die Erschliessung der «KuhBar» im bestehenden Tschuggendörfli. Dabei waren Aussagen zur Gestaltung ebenso wichtig, wie die Anforderungen an die gastronomische Nutzung. Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Architektur und Tourismus wurden Überlegungen zu Stellung, Proportion und Ausdruck, aber auch zu Funktion, Organisation und Ablauf gemacht. So konnten Entscheide wie beispielsweise Grösse und Formgebung der Barfläche, Raumaufteilung der Tanzfläche oder Anordnung der Bühne und Lagerflächen, mit dem Know-how beider Disziplinen gemeinsam getroffen werden.

Bauen für den Tourismus Modell
Bauen für den Tourismus Modell
Bauen für den Tourismus Skizze

Teamwork als Bereicherung

Diese frühe Auseinandersetzung in interdisziplinären Gruppen steigerte die Qualität der Projekte wesentlich. Das Ziel für alle Projektbeteiligte war, die Bedürfnisse der Auftraggeberin in jeder räumlich relevanten Entscheidung miteinzubeziehen und die Denk- und Arbeitsweisen anderer Berufsgruppen zu verstehen. Vor allem im Tourismusgebiet Graubünden ist diese interdisziplinäre Zusammenarbeit für kundenorientierte, nachhaltige und aussergewöhnliche Lösungen eine wertvolle Bereicherung. Die bewusste Durchmischung unterschiedlicher Kompetenzen führt bereits im Studium zu realistischen Projekten. Um die während dem Studium erarbeiteten Projekte in der Praxis zu erleben, können die Studierenden hoffentlich schon bald einen Après-Ski-Nachmittag in der realen, festen «Kuhbar» geniessen.

Bauen für den Tourismus Klassenzimmer
Bauen für den Tourismus Klassenzimmer
Bauen für den Tourismus Klassenzimmer

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