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Portrait Livia Sommerville

193 spannen zusammen

Haben Sie sich auch schon zurückerinnert, was Sie an Tagen von gewaltiger Bedeutung für die Zeitgeschichte gemacht haben oder wo Sie waren?

Diesen Herbst war da die Erinnerung an den 9. November 1989, als die Berliner Mauer gestürzt wurde. Es gibt einen Tag, an den wir uns auch so gebührend zurückerinnern sollten, nur tun wir das nicht. Oder täusche ich mich und der 25. September 2015 ist Ihnen präsent? An jenem Freitag sassen Vertreterinnen und Vertreter von 193 Staaten im Saal der Vereinten Nationen in New York zusammen und wurden sich einig: Einig über eine über mehrere Jahre gemeinsam erarbeitete Vision, wie sich die Welt bis 2030 entwickeln soll. Die Vision beinhaltet soziale, wirtschaftliche und umweltpolitische Aspekte. Weil sie – aufgrund der Globalisierung – von keinem Staat alleine verwirklicht werden kann, brauchte es für die Verabschiedung die Einwilligung all dieser Staaten. Dieser Konsens wurde an besagtem 25. September 2015 erreicht. Nie zuvor hatte sich die Welt zu einem gemeinsamen Handeln und Unterfangen in einer so breit gefächerten und universellen politischen Agenda verpflichtet.

Damit es nicht bei Worthülsen bleibt, entstanden aus der Vision 17 Ziele und 169 Unterziele als Agenda 2030. In anderen Worten: Es wurde konkretisiert, welchen Beitrag jedes Land zu deren Umsetzung auf nationaler und auf internationaler Ebene zu leisten hat. Auch in den für ihre Fortschrittlichkeit bekannten Ländern wie die Schweiz gibt es Ziele, deren Erreichung bis in elf Jahren eine Herausforderung bedeuten. Darunter beispielsweise ist unsere Nahrungsmittelverschwendung von aktuell einem Drittel auf 15 Prozent zu halbieren. Oder die unbezahlte Pflegearbeit zu formalisieren. Und auch die geschlechterspezifischen Disparitäten in der Bildung sind (noch) nicht in Auflösung begriffen. Auch wenn sich der Bundesrat für die Agenda 2030 stark macht, ist er auf die Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure und Gesellschaftsbereiche, angefangen von der Politik über das Recht bis hin zur Wissenschaft, angewiesen.

So steht auch die FH Graubünden in der Pflicht, einen Beitrag zu den 17 Zielen durch ihre Ausbildung und Forschung zu leisten. Aber auch, dass sie sich als Institution nur unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Solidarität, der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der ökologischen Verantwortung entwickelt. Diese Pflicht nimmt sie seit 10 Jahren bewusst wahr: lange bevor diese Anforderung gesetzlich verankert wurde, haben sich Mitarbeitende an der FH Graubünden für die Nachhaltigkeit stark gemacht. So bekannte sie sich 2009 als einzige Schweizer Hochschule zu einer von der Vereinten Nationen getragenen Initiative zur verantwortungsvollen Managementausbildung (PRME) und deren sechs Prinzipien. Kurz darauf kamen die Mitarbeitenden zusammen und erarbeiteten an einer Zukunftskonferenz ihre eigene Vision einer nachhaltigen Fachhochschule. Es folgten 10 Jahren gefüllt mit Projekten und der Gründung einer Nachhaltigkeitskommission sowie der Verankerung der Nachhaltigkeit in der Hochschulstrategie. Und auch wenn einmal der Medienhype zur Nachhaltigkeit nachlassen sollte, können Sie sich darauf verlassen, dass an der FH Graubünden noch immer an den Auswirkungen des geschichtsträchtigen 25. September 2015 gelehrt und geforscht wird.

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